Schlagwort-Archiv: Lehre hoch N

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Pädagogische Hochschulentwicklung – Von der Programmatik zur Implementierung

Seit mittlerweile sechs Jahren arbeitet das Team der Hochschulentwicklung der Universität St. Gallen – seit 2015 CEDAR – Competence Centre for Educational Developement and Research benannt – am und mit dem Ansatz der pädagogischen Hochschulentwicklung. Das Modell der pädagogischen Hochschulentwicklung umfasst drei Ebenen / Handlungsfelder

  1. Lernumgebungen
  2. Studienprogramme und
  3. Organisation.

Wie aus der Graphik ersichtlich wird, werden ausgehend von den strategischen Zielen für Lehre und Studium einer Hochschule die drei Handlungsfelder bearbeitet. Das Modell verdeutlicht, dass durch die Bearbeitung einer Ebene jeweils auch die anderen Ebenen mit in den Blick zu nehmen sind. Auf diese Weise kann ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Lehre an den Hochschulen geleistet werden. Unabhängig davon, auf welcher Ebene eine Initiative zur Weiterentwicklung von Lehre und Studium initiiert wird, handelt es sich dabei i. d. R. um einen Veränderungsprozess, so dass Change Management und Change Leadership als zugrunde liegende Prinzipien im Zentrum des Modells stehen.

Brahm_Jenert_Euler_1Im vergangenen Jahr ist – in Zusammenarbeit mit vielen Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Hochschulen ein Sammelband zur „Pädagogischen Hochschulentwicklung“ entstanden, der von Tobias Jenert, Dieter Euler und mir herausgegeben wurde.

paed-hse-sammelbandIm Sammelband wird in einem Überblicksartikel das Modell der pädagogischen Hochschulentwicklung ausführlich hergeleitet und beschrieben. Den Kern des Buches bilden die Erörterung und Reflexion von vielfältigen Initiativen zur Weiterentwicklung des Lehrens und Lernens an den Hochschulen. Alle beschriebenen Initiativen zeichnen sich dadurch aus, dass sie mindestens zwei der Ebenen im Modell miteinander verschränken. Das Buch bietet somit spannende Einblicke in die Umsetzung der pädagogischen Hochschulentwicklung. Aus diesem Grund werden Kollegen/-innen von CEDAR in den nächsten Woche von ihnen selbst ausgewählte Beiträge aus dem Buch hier im Blog vorstellen.

Das gesamte Buch und einzelne Kapitel daraus können über Springerlink  an vielen Hochschulen heruntergeladen werden. Es ist natürlich auch als ebook oder SoftCover im Buchhandel erhältlich.

Wir danken allen Autorinnen und Autoren für die gute Zusammenarbeit!

 

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Mathematik in den Ingenieurswissenschaften: Ein Jahr nach dem Lehre hoch n Kolleg

An der Ruhr-Uni Bochum fand vom 26. bis 28. Februar das erste gemeinsame Treffen der Lehre hoch n Kollegiaten aus dem Kolleg „Mathematik in den Ingenieurswissenschaften“ statt. Über den Sommer hatte ich alle Kolleg-Hochschulen besucht und Fallstudien zu den insgesamt sechs Projekten erstellt, die sich alle darum bemühen, die Erfolgsquote in den Mathematikveranstaltungen der Studieneingangsphase von Ingeneursstudien zu erhöhen.

Ein Jahr nach Ende des fünften und letzten gemeinsamen Workshops der Kolleg-Teams richteten nun die Bochumer Kollegiaten um Prof. Herold Dehling das erste Nachtreffen aus. Moderiert von Doris Carstensen ging es zunächst darum, sich gegenseitig die Entwicklungen des vergangenen Jahres im Eiltempo näherzubringen. Dies gelang nicht zuletzt deswegen gut, weil sich sorfort eine vertraute Atmosphäre unter den Kolleg-Teams einstellte. Ein deutliches Indiz also, dass es dem Format Kolleg gelungen ist, neben dem fachlichen Austausch auch eine nachhaltig funktionierende, vertrauensbasierte Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Mein eigener Beitrag bestand in der Vorstellung erster Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung (die Präsentation kann ich wegen der vertraulichen Inhalte hier nicht zur Verfügung stellen). Die anschliessende Diskussion drehte sich vor allem darum, wie man Transfer im Rahmen des Kollegs verstehen kann. Davon ausgehend ging es um die Frage, wie sich verschiedene Arten und Dimensionen von Transfer – z.B. zwischen Kolleg-Teams oder mit externen Hochschulen – im Kolleg gezielt unterstützten lassen.

Zusammenfassend war ich vom lebendigen Kolleg-Geist ein Jahr nach dem Ende der formalen Workshops positiv überrascht. Dementsprechend gross ist die Vorfreue und die Spannung, was das nächste Kolleg – diesmal mit Vertretern/-innen aus den Geisteswissenschaften – bringen wird.

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Die eigene Lehrveranstaltung im Studienprogramm verorten“ an der Technischen Hochschule Mittelhessen

Als Lecturer im Rahmen des Lehre hoch N-Programms war ich vor knapp zwei Wochen auf Einladung von Prof. Silke Bock zu Besuch an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Im Rahmen des Hochschuldidaktischen Netzwerks Mittelhessen habe dort ein eintägiges Seminar zum Thema „Die eigene Lehrveranstaltung im Studienprogramm verorten“ durchgeführt. Teilgenommen haben 12 Dozierende von drei Hochschulen: Technische Hochschule Mittelhessen (THM), Justus Liebig-Universität Giessen und Universität Marburg. Dabei handelte es sich um eine bunte Mischung aus Dekan/-in, Lehrenden der Hochschulen und Vertreter/-innen der Hochschuldidaktik. Gleichzeitig war der gesamte Reigen an Disziplinen vertreten (von der Informatik bis zu den Historikern). Aus meiner Sicht überraschend war die starke Vorerfahrung der Teilnehmenden mit hochschuldidaktischen Workshop. Alle hatten schon mindestens einen Workshop besucht, die meisten sogar 4 und mehr.

Das Seminar selbst habe ich in vier Teile geteilt:

  1. Kompetenzorientierung und Modell der Studienprogrammentwicklung: Dabei konnte ich auf das Modell von Tobias Jenert zurück greifen, das er in seiner Doktorarbeit entwickelt hat
  2. Das eigene Studienprogramm verstehen
  3. Studierendenhandeln und Learning Outcomes
  4. Der „didaktische Dreisprung“ – Abstimmung Lernziele – Methoden – Prüfungsformen

Bei der Seminarkonzeption tat mich schwer, die Verbindung von Veranstaltung und Studienprogramm sauber herzustellen. Im Seminar selbst habe ich dann die (gute) Erfahrung gemacht, dass die Einordnung der eigenen Lehrveranstaltung resp. des eigenen Studienangebots in ein übergeordnetes Gefüge aus Programmzielen sehr harmonisch funktioniert hat. Da die Atmosphäre im Seminar – trotz (oder gerade wegen) der Beteiligung unterschiedlicher Hochschulen und Dizsiplinen – sehr offen war, kamen intensive und aus meiner Sicht gewinnbringende Diskussionen zustande, von denen ich hoffe, dass die einzelnen Teilnehmenden Impulse für ihren Arbeitsalltag mitnehmen konnten.