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Diskursive Studiengangentwicklung von Gerholz & Sloane (2015)

Teil 2: Aus welchen Elementen besteht das Modell der „Diskursiven Studiengangentwicklung“?

Im ersten Blogbeitrag zur „Diskursiven Studiengangentwicklung“ wurde die Entwicklung des Modells und Argumente dafür beschrieben. Der zweite Teil zielt darauf ab, die einzelnen Elemente des Ansatzes zu skizzieren und den Prozess der Studiengangentwicklung detaillierter zu beschreiben.

Da Studiengangentwicklung ein sozialer Prozess ist, der in eine Organisation mit spezifischen Bedingungen eingebettet ist, braucht es Diskurse um Studiengangentwicklung erfolgreich durchzuführen. Dafür müssen Diskursräume geschaffen und Austauschprozesse initiiert und ermöglicht werden. Um diese Austauschprozesse zu strukturieren, braucht es eine Themenstruktur, die den Prozess der Studiengangentwicklung in eine Form bringt, und damit besser plan- und beherrschbar macht. Eine solche Themenstruktur liefert die „Diskursive Studiengangentwicklung“. Die Themenstruktur besteht aus der Ebene des Studiengangs, der Ebene der Module und eines Kontextes innerhalb und außerhalb des Bildungssystems.

  • Die Ebene der Module ist in der Verantwortung der einzelnen Lehrenden und soll dem Bedürfnis der Autonomie Rechnung tragen.
  • Die Ebene des Studiengangs bildet den Kern der „Diskursiven Studiengangentwicklung“. Hier soll in den Schritten „Curriculumkonzeption“, „Modulentwicklung“, „Sequenzierung der Module“ und „Evaluation und Revision“ eine kohärente Studiengangstruktur entwickelt werden, die auch eine Steuerungs- und Regulationsfunktion für die Modulebene übernimmt. Den übergeordneten Rahmen auf dieser Ebene bildet das Leitbild des Studiengangs.

Die beschriebenen Schritte sind dabei nicht als linearer Prozess zu betrachten, sondern als dynamische Wechselbeziehungen mit Rückkoppelungen zu sehen. Die einzelnen Schritte auf Studiengangebene werden im Beitrag von Gerholz & Sloane genauer beschrieben und mit Leitfragen versehen.

Das Konzept der „Diskursiven Studiengangentwicklung“ berücksichtigt vor allem die sozialen Prozesse der curricularen Arbeit und nimmt besonders die gelebte Realität in der Fakultät in den Blick. Mithilfe dieses Ansatzes lassen sich von vornherein Anknüpfungspunkte für die curriculare Arbeit bestimmen und Herausforderungen im Prozess antizipieren. Die Leitfragen zu den einzelnen Prozessschritten liefern zudem gute Startpunkte für die Studiengangentwicklung.

Mich persönlich würde sehr interessieren, ob und inwieweit dieser Prozess bereits in der curricularen Arbeit an der Universität Paderborn umgesetzt wurde und welche Erfahrungen es aus der Erprobung gibt.

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Diskursive Studiengangentwicklung von Gerholz & Sloane.

Teil 1: Warum braucht es „Diskursive Studiengangentwicklung“?

Besonders am Konzept der „Diskursiven Studiengangentwicklung“ ist, dass die sozialen Prozesse zwischen den Beteiligten explizit thematisiert und die gegebenen Kontextbedingungen des Studiengangs betrachtet werden. Gerholz und Sloane von der Universität Paderborn entwickeln das Konzept, indem sie Studiengangentwicklung aus verschiedenen Perspektiven betrachten, und aus jeder Perspektive passende Teilaspekte für das Konzept übernehmen.

Aus curricularer Perspektive verweisen sie zwei auf Modelle, die beschreiben, wie Curriculumentwicklung funktionieren kann. Gerholz und Sloane sehen das technokratische-Modell, das Studiengangentwicklung als linearen Prozess mit festen Vorgaben sieht, die von allen umgesetzt werden, kritisch. Somit stützen sie ihre Argumentation auf das soziale Curriculum Modell. Bei diesem Modell sind die (sozialen) Prozesse der curricularen Arbeit interessant. Der Bildungsprozess wird hier durch die Deutung des Curriculums von den Anwendern und die internen und externen Kontextbedingungen, z.B. Bedingungen an der Universität, beeinflusst.

Die Autoren betrachten Studiengangentwicklung auch aus organisationstheoretischer Perspektive. Hier gilt die „Fakultät“ als Kernelement der Studiengangentwicklung und muss deshalb genauer betrachtet werden. Dafür führen die Autoren eine Einzelfallstudie durch, die näher beschreiben soll, wie die einzelnen Akteure die Fakultät wahrnehmen. Aus der Studie lassen sich zwei Kernergebnisse ableiten:

  1. Zunächst wird die Fakultät als kooperative Autonomie in situativen Settings gesehen. Das bedeutet, dass Akteure in der Fakultät für Lehre und Forschung Autonomie beanspruchen, aber auch bereit sind, miteinander zu kooperieren, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
  2. Weiterhin können die Prozesse in der Fakultät auch als kollegiale Konsensfindung in der politischen Arena charakterisiert werden. Dabei agieren verschiedene Interessengruppen, auch vor dem Hintergrund politischer und nicht nur kollegialer Aushandlungsprozesse, wobei nicht immer die Optimierung der Qualität und Kohärenz des Studiengangkonzepts im Mittelpunkt steht.

Alle bisher beschriebenen Konzepte und Beobachtungen fließen in das Rahmenkonzept der „Diskursiven Studiengangentwicklung“ ein. Curriculare Arbeit ist somit ein sozialer Prozess zwischen Akteuren und in den gegebenen Kontextbedingungen. Aus der organisationstheoretischen Betrachtung kann abgeleitet werden, dass curriculare Arbeit die Freiheiten der beteiligten Akteure erhalten muss, aber auch einen Rahmen bieten sollte, um systematische Studiengangentwicklung durchzuführen und soziale Prozesse, auch im Hinblick auf mikropolitische Aushandlungsprozesse, zielführend zu strukturieren. Für eine erfolgreiche Studiengangentwicklung unter diesen Bedingungen entwickeln Gerholz und Sloane das Modell der „Diskursiven Studiengangentwicklung“. Die Elemente des Modells und ihr Zusammenspiel werden in einem späteren Blogbeitrag näher beschrieben.

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Pädagogische Hochschulentwicklung – Von der Programmatik zur Implementierung

Seit mittlerweile sechs Jahren arbeitet das Team der Hochschulentwicklung der Universität St. Gallen – seit 2015 CEDAR – Competence Centre for Educational Developement and Research benannt – am und mit dem Ansatz der pädagogischen Hochschulentwicklung. Das Modell der pädagogischen Hochschulentwicklung umfasst drei Ebenen / Handlungsfelder

  1. Lernumgebungen
  2. Studienprogramme und
  3. Organisation.

Wie aus der Graphik ersichtlich wird, werden ausgehend von den strategischen Zielen für Lehre und Studium einer Hochschule die drei Handlungsfelder bearbeitet. Das Modell verdeutlicht, dass durch die Bearbeitung einer Ebene jeweils auch die anderen Ebenen mit in den Blick zu nehmen sind. Auf diese Weise kann ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Lehre an den Hochschulen geleistet werden. Unabhängig davon, auf welcher Ebene eine Initiative zur Weiterentwicklung von Lehre und Studium initiiert wird, handelt es sich dabei i. d. R. um einen Veränderungsprozess, so dass Change Management und Change Leadership als zugrunde liegende Prinzipien im Zentrum des Modells stehen.

Brahm_Jenert_Euler_1Im vergangenen Jahr ist – in Zusammenarbeit mit vielen Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Hochschulen ein Sammelband zur „Pädagogischen Hochschulentwicklung“ entstanden, der von Tobias Jenert, Dieter Euler und mir herausgegeben wurde.

paed-hse-sammelbandIm Sammelband wird in einem Überblicksartikel das Modell der pädagogischen Hochschulentwicklung ausführlich hergeleitet und beschrieben. Den Kern des Buches bilden die Erörterung und Reflexion von vielfältigen Initiativen zur Weiterentwicklung des Lehrens und Lernens an den Hochschulen. Alle beschriebenen Initiativen zeichnen sich dadurch aus, dass sie mindestens zwei der Ebenen im Modell miteinander verschränken. Das Buch bietet somit spannende Einblicke in die Umsetzung der pädagogischen Hochschulentwicklung. Aus diesem Grund werden Kollegen/-innen von CEDAR in den nächsten Woche von ihnen selbst ausgewählte Beiträge aus dem Buch hier im Blog vorstellen.

Das gesamte Buch und einzelne Kapitel daraus können über Springerlink  an vielen Hochschulen heruntergeladen werden. Es ist natürlich auch als ebook oder SoftCover im Buchhandel erhältlich.

Wir danken allen Autorinnen und Autoren für die gute Zusammenarbeit!

 

A trip to the land of metacognition

Unbenannt

 

On Wednesday 16.12.2015, I went to Bern to join the workshop ‘A Trip to the Land of Metacognition’ organized by the Swiss Faculty Development Network (SFDN), given by Denis Berthiaume. In this Blog, I will report on the main components we learned about.

Metacognition

 

 

 

 

 

To reach the targets students want to reach, they need to use their metacognitive knowledge, skills and strategies. The metacognitive knowledge stands for the knowledge students have (or do not have) to figure out what to learn (what is important). In my interpretation, the knowledge about ‘how to learn’ (for example that using previous knowledge helps you to learn) also fits in here. The ability to implement this knowledge, however, is what is meant with the metacognitive skills. Both come together when we focus on metacognitive strategies: when and why to use which knowledge and skills.

After the introduction where the model above was explained, we discussed the following question: ‘how can we teach in order to foster the development of students’ metacognition?’ We discussed for example the following methods: modeling (think-aloud protocols), guided practice (coaching, scaffholding and fading), cooperative and collaborative learning and autonomous learning (with learning journal/helpful tools could be Mahara & PeddlePad).

Now the (difficult) question for us as faculty developers is: ‘how do we get teachers’ attention for metacognition?’ ‘How can we help them to integrate fostering metacognition in their lectures and seminars?’ One of the inspiring ideas I learned about in the workshop was ‘scenario writing’, whereby teachers are asked to write out their lectures from A to Z. By making their plans visible, it’s easier to find space / time to implement these methods.

This last question is not easy, and I would appreciate your thoughts on how you try to reach and convince lecturers.

Tagung „Studieren zum Glück“

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Am 16. Und 17. November 2015 fand an der Universität St.Gallen (HSG) die AGAB-Fachtagung 2015 der Schweizerischen Vereinigung der Fachleute für Beratung und Information im Mittel- und Hochschulbereich unter dem Titel „Studieren – zum Glück?!“ statt.

An dieser Tagung habe ich am 16. November teilgenommen und konnte spannende Eindrücke sammeln.

Nach einer Begrüssung des AGAB Vorstandes und der Prorektorin für Internationales und Regionales der HSG, Frau Prof. Dr. Ulrike Landfester, gab es von Mark Riklin (Journalist, Dozent und Gründer der Meldestelle für Glücksmomente) einen philosophischen Exkurs beziehungsweise ein Plädoyer für Tagträume. In seiner Präsentation machte er deutlich, dass man gerade heutzutage in Schule, Studium oder auch im Arbeitsbereich tagtäglich mit sehr vielen Informationen konfrontiert wird. Umso wichtiger sei es demnach, sich bewusst „Zeit zum Verdauen“ zu nehmen, um die Informationen für sich ordnen zu können. Mark Riklin machte deutlich, dass hierbei Tagträume eine besonders wichtige Rolle spielen.

Im Anschluss an diesen philosophischen Exkurs, der mich gedanklich sehr in den Bann gezogen hat, folgte eine Podiums-Interview-Runde mit Studierenden der HSG und Dr. Markus Diem, Leiter der Studienberatung Basel, als Moderator. Die Studierenden wurden zu ihrer Studienwahl und allgemeinen Thematiken, die mit ihrem Studium in Zusammenhang stehen, befragt. Diese Interview-Runde bot einen Einblick in die studentische Wahrnehmung des Studiums an der HSG in Verbindung mit Glück, welcher nicht nur für Tagungsteilnehmende anderer Universitäten oder Institutionen interessant war, sondern auch für die Teilnehmenden aus Reihen der HSG. Einen anderen Blickwinkel auf das Studium an der Universität St.Gallen zeigte Dr. Pascal Iten, Leiter Studium der Universität St.Gallen, durch seine Präsentation mit Informationen zur Geschichte, der aktuelle Situation und Zukunftsaussichten der Universität, auf.

Aus den angebotenen Workshops wie „Kontextstudium: Was hat französische Literatur mit Börsenkursen zu tun?“ (Dr. Sophie Rudolph; wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement) oder „Vom Glück der Unterschiede“ (Prof. Dr. Gudrun Sander, Prof. Dr. Nils Jent, Dr. Regula Dietsche; DirektorInnen des Competence Center for Diversity and Inclusion – CCDI-FIM), habe ich den Workshop „happiness is expensive – Leistungskultur und Glück an den Hochschulen“ (Dr. Florian Schulz, Leiter Service Center Beratung & Studierenden-Unterstützung HSG) besucht.

Im Zentrum des Workshops haben wir in kleinen Gruppen Bilder gezeichnet – „Welches Bild von Studium und Arbeit vermitteln wir an unserer Hochschule?“. Eine sehr gute Frage, schnell verstanden wir in unserer Gruppe, dass wir und unsere Universitäten oder Fachhochschulen sehr unterschiedliche Bilder vertreten.

Diese interessante Tagung hat mich zum „Tagträumen“ angeregt und mich zu folgenden Gedanken geleitet: Wenn man den Titel „Studieren – zum Glück?!“ betrachtet, könnte man daraus schliessen, dass man durch das Studieren Glück erreicht oder zumindest erreichen kann. Aber übersehen wir durch diese Zielfokussierung nicht etwas Wesentliches? Das Studium, als Möglichkeit sich mit den eigenen Interessen auseinandersetzen zu können, würde ich bereits als „Glück“ bezeichnen. Sollte es daher nicht eher heissen „Studieren = Glück“? Und wenn dem so ist, welche Aufgabe kommt dabei den Lehrenden und Programmverantwortlichen zu?

Ich freue mich sehr auf Kommentare und Ansichten hierzu.

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Innovative Teaching and Learning Methods for ESD

On December 9, 2015 my colleague Nina Scheffler and I participated in a workshop on Innovative teaching and learning methods for Education for Sustainable Development (ESD). The workshop was organized as a synergy event for the sd-universities. (We reported on our projects regarding sustainable development earlier). About 30 people from across Switzerland participated in the workshop.

In the beginning, the participants warmed up with a short discussion about the sustainability goals that we would like to reach with university education. Manifold objectives were identified, e.g. understand what sustainability is about; empower students to implement sustainability – as Change agents in professional fields, understand complex relations, go beyond your own discipline, critical thinking. Next to students who are usually the target groups, it was also discussed that faculty and organizations need to change in order to integrate sustainability into our universities.

Ruth Förster and Sandra Wilhelm (from the saguf-network on Bildung für Nachhaltige Entwicklung) gave an input on both ‚Constructive Alignment‘ and ‚The Tree of Science’ which can both be used to design courses or study programmes. The Tree of Science (Berlinger et al., 2006; Biggs & Tang, 2011) consists of several levels:

  • Meta-theory: proposed view on the world (systemic, constructivist)
  • Basic theory: competence orientation
  • Educational goals: Who should be empowered to do what? Based on Wiek et al. (2011), change agents, problem solvers, transition managers… could be distinguished
  • Models: competence models
  • Praxeology: didactical principles, learning activities, methods

Eight presentation from six Swiss universities on innovative teaching methods which are used at different Swiss universities formed the main part of the day. For this blog post, I will present only one method in detail in order to do the presentation justice. For the other presentations, I refer to the websites below.

Martin Schlaepfer of the University of Geneva introduced an example of the flipped-classroom approach. Instead of merely discussing an interesting journal article in class (which often leads to insubstantial discussions because students are not prepared), he used the flipped classroom concept where students participate in lectures at home (e.g. through videos or readings), aiming at deeper learning via activities in class. In his design, he assigned students to read a paper in preparation of the next class then they took a quiz before the next class which was graded by their peers. To facilitate the grading process, students received a rubric (consisting of an example of an excellent answer – resulting in 3points, and typical misunderstandings (resulting in -1pt). The peer-review is automatically distributed in the Moodle Learning Management System. In the classroom, the article was discussed with essentially two questions:

  • What did you leave puzzled about the grading rubric?
  • If you were the teacher, what would you ask the class to make sure that they had understood the text.

The presented identified the need for highly-structured in-class activities with quizzes, debates, peer review, discussions as well good incentives to complete out-of-class work as levers for successful flipped classrooms. This leads to an increase of preparation time for the lecturer, however, it might also lead to more equality in the classroom as it has been shown that females, minorities, first generation students are benefiting from flipped classrooms.

As mentioned above, seven other methods were introduced in the workshop and cannot be comprehensively discussed here. They are mentioned with links to further information:

  • Clemens Mader (A3-30, University of Zürich): Blended learning approach – the ELTT case
  • Piet van Eeuwijk (A1-25, University of Basel): Video Interviews as Course Work
  • Markus Ulrich (A1-21, Università della Svizzera italiana, UCS Ulrich Creative Simulations GmbH): Simulation games (without computers) as learning tools for sustainability
  • Kristina Lanz (A1-20, University of Bern): role play SDG negotiations
  • Christian Schubarth (A1-11, Department of Geography and Environment, University of Geneva): Coping with a virtual order; student – stakeholder interaction in case studies
  • Melanie Paschke (A1-19, University of Zürich): open inquiry to strengthen sd-competencies
  • Marlyne Sahakian (A1-26, University of Lausanne): using social practice theory to imagine

The workshop provided good and interesting inputs. What remains, of course, is the question of transferability. I intend to try out some of the methods introduced and we will also incorporate the examples in our consulting activities within the Faculty Development at our university (Hochschuldidaktische Beratung).

 

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TAP – Teaching Analysis Poll – Pilot an der Universität St. Gallen

Auf Anregung des Teams für Lehren und Lernen der Universität Bielefeld pilotieren wir in diesem Semester die Teaching Analysis Poll (TAP). Bei dieser aus den USA kommenden Methode der formativen Evaluation wird das Ziel verfolgt, die Lehrenden bereits während des Semesters mit einer systematischen Rückmeldung zu unterstützen, ihre Lehrveranstaltung zu verbessern. TAP wird wie folgt durchgeführt (Quelle: u.a. Team Lehren und Lernen, Uni Bielefeld):

  • Anmeldung des Dozierenden für eine TAP im laufenden Semester
  • Zum vereinbarten Termin besuchen zwei Vertreter/-innen des Competence Centre for Educational Development and Research (CEDAR) die Veranstaltung (i.d.R. in der letzten halben Stunde).
  • Die Studierenden beantworten in Kleingruppen von maximal 5 Personen folgende drei Fragen:(1) Wodurch lernen Sie in dieser Veranstaltung am meisten? (2) Was erschwert Ihr Lernen? (3) Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie für die hinderlichen Punkte?
  • Die Studierenden notieren ihre Vorschläge auf vorbereitete Arbeitsblätter, welche nach der Arbeitsphase eingesammelt werden.
  • Die Moderatoren/-innen des CEDAR gehen dann die Punkte mit den Studierenden durch und notieren sich, welche mehrheitsfähig sind.
  • Innerhalb einer Woche nach der Durchführung findet ein Feedbackgespräch zwischen dem/der Dozierenden und den CEDAR-Vertretern/-innen statt, indem vereinbart wird, welche der angesprochenen Punkte umgesetzt werden können. Die Lehrperson gibt ihren Studierenden in der folgenden Sitzung eine Rückmeldung zu den Punkten, die sie umsetzen möchte.

An der Unversität St. Gallen wird TAP in diesem Semester mit vier Lehrveranstaltungen sowohl auf der Bachelor- als auch auf der Masterstufe pilotiert. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Studierenden – trotz anfänglicher Skepsish – die drei gestellten Fragen sehr intensiv diskutieren und konstruktive Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Die folgende Abstimmung unterstützt die Moderatoren/-innen herauszuarbeiten, welche der Punkte von einer Vielzahl der Studierenden vertreten wird. Auf diese Weise wird vermieden, dass die Veranstaltung aufgrund von Einzelmeinungen umgestellt wird. Dabei kann auch festgestellt werden, dass sich durchaus kontroverse Diskussionen unter den Studierenden darüber entfachen, wie ‚gute Lehre‘ denn nun aussehen soll. Die Dozierenden erhalten im Feedbackgespräch wertvolle Hinweise, wie sie ihre Lehre noch im laufenden Semester verbessern können. Auf diese Weise erfahren die teilnehmenden Studierenden direkt, welche Veränderungen die Lehrperson umsetzt.

Wir sind gespannt auf die weiteren Erfahrungen in der Pilotphase und hoffen, dass wir das Konzept dann ab dem Frühjahrssemester in St. Gallen in die Breite bringen können.

Ein herzliches Dankeschön gilt den Kollegen/-innen der Universität Bielefeld, die ihre Erfahrungen mit TAP mit uns teilten!

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On the assessment of attitudes towards studying – publication in Learning and Individual Differences

Recently, Tobias Jenert’s and my publication “On the assessment of attitudes towards studying —Development and validation of a questionnaire” was published with the journal Learning and Individual Differences.

In the article, we describe the systematic development of an instrument to capture students’ attitudes towards studying. The instrument is part of a comprehensive study that we also reported about in this blog, e.g. regarding students‘ transition into Higher Education.

Looking at the manifold studies regarding students’ development and performance in Higher Education, many of them focus on students’ individual development during their studies (e.g. studies on students’ motivation). Others (e.g. those concerning students’ approaches to learning) take into account how students perceive their learning environment. However, there are hardly any studies so far that address students’ attitudes towards the Higher Education Institution where they study. With our instrument, we aimed at capturing two attitude objects: 1.) the university (institution) and 2.) the learning process (activity). Taking into account the three-dimensional structure of attitudes, including an affective, a behavioral and a cognitive component, our instrument consists of 10 scales.

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Graphical abstract of the article

In order to evaluate the validity and reliability of the instrument, data was gathered at three different universities in Switzerland (820 students), Sweden (167) and Germany (133).Overall, the results show the internal consistency of the ASAtS. Its nomological validity is also supported by correlations with other constructs, such as intrinsic motivation and study performance. The ASAtS contributes to the theory on students learning by broadening the scope of research beyond learning in a narrow sense. From a practical point of view, it provides a tool for HE management to monitor students‘ perceptions of their HEI.

A German version of the questionnaire is also available. Furthermore, the questionnaire is currently translated into Portuguese. If you’re interested in using the instrument, please let us know. We’re happy to assist you in adapting the questionnaire to your context.

Courtesy of Learning and Individual Differences, the article is currently freely available for download here until December 24, 2016.

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Nach Lehre hoch n ist vor Lehre hoch n

Anfang diesen Jahres ging das Lehre hoch n Jahresprogramm 2014/15 zu Ende – und damit auch der Auftrag zur wissenschaftlichen Begleitung. Mit der Vorlage des Abschlussberichts im Juli (eine öffentliche Version wird noch in diesem Jahr verfügbar sein) ist somit ein Projekt abgeschlossen, dass mich seit 2012 begleitet hat.

Nun ist es wie so oft bei solch langfristigen Projekten: Mit dem lachenden Auge ist man froh, dass ein umfassendes und komplexes Projekt einen guten Abschluss gefunden hat; mit dem weinenden Auge vermisst man die zahlreichen Erlebnisse und Erfahrungen, die über die drei Jahre zusammengekommen sind. Letzteres ist bei Lehre hoch n besonders ausgeprägt: Die Zusammenarbeit mit Dr. Antje Mansbrügge von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. war und ist wirklich aussergewöhnlich konstruktiv. Zudem hat Lehre hoch n auch mein persönliches Netzwerk im Bereich der Lehrentwicklung an Hochschulen extrem verbreitert. Besonders freut es mich in diesem Zusammenhang, dass wir viele Lehre hoch n-Teilnehmende als Autoren/-innen für unseren Sammelband zur „pädagogischen Hochschulentwicklung“ (Erscheint Ende 2015/Anfang 2016; Seid gespannt!) gewinnen konnten.

Ganz schwer fällt mir der Abschied von Lehre hoch n auch deswegen nicht, weil mein Engagement auch noch bis Ende des Jahres weitergeht; und zwar im Lehre hoch n Kolleg „Sprach- und Literaturwissenschaften, Geisteswissenschaften“. Gerade bin ich vom dritten Kolleg-Workshop auf Gut Siggen zurück. Fünf spannende Projekte arbeiten hier am Transfer von Studienreformprojekten. Für mich die Gelegenheit, nach dem Kolleg MathIng (Mathematik in den Ingenieurswissenschaften) nochmal eine ganz andere disziplinäre Kultur kennen zu lernen. Ich berichte weiter…

Internationalisation of higher education: the development of academics’ international competences

Mónica Feixas2

A great deal of university teachers enjoy or have enjoyed a teaching or research stage at another university at some point of their academic career, either as doctoral students, postdoctoral researchers or tenured scholars. In some countries (like Spain), a research stay of minimum three months, preferably in a foreign university, is a mandatory requirement to achieve tenure. In a world of quite uncomplicated mobility and rapid connectivity, being involved in an international research stage has become a popular form of academic development, although for most academics it is as much of a personal achievement as a professional need. International exchange among academics contributes to the internationalisation of higher education, but what do they learn from the experience? What does the host institution earn out of it? And what about the home university? In this reflection paper, I would like to draw on the implications of an international academics’ stage abroad (for the host university, the visiting scholar and the home university), and refer to the importance of developing academic’s global competencies in today’s higher education institutions (HEI).

For the host university, an important endeavour is to plan the process of reception, welcoming and socialization of the new member. The process of reception from the administrative and academic staff starts before the academic moves in. Once at the institution, some visitors require personal assistance from administrative staff to arrange formal documentation or even to settle down. The head of the research group, the head of the department or institute, a senior member or another peer acting as a referee or mentor accompanies the new member throughout the new tasks and endeavours while engages the teacher or researcher formally and informally in the some of the daily routines of the institution. A common understanding in terms of language and a willingness to engage in other teaching and research approaches is of upmost importance to have a unique experience. Without doubt, the administrative and academic staffs of the host university devote an exceptional dedication to secure the conditions for a good international experience. Given these circumstances, an effective socialization will take place when the international academic encompasses an attitude of openness and respect, offers his/her availability to share knowledge and contribute to building on new research or teaching projects, and is willing to attend and participate, if invited and when doable, in the agenda of formative and informative activities as well as in other informal collective gatherings.

The interests and motives of academics to carry out a research or teaching stage in a foreign university are very diverse. It might well be that the main reason is purely an accomplishment of the home university’s promotion requirements. However, for the majority of candidates, it is more of a necessity of an extraordinary personal and professional formative experience. From time to time, academics need to be inspired by other teaching, learning and/or research cultures, learn or improve different research or teaching methods, deepen theoretical or practical knowledge from academic experts, use infrastructure or resources not accessible in their home countries, meet new academics to increase research networks, design and/or develop new teaching or research projects, etc. In particular, for doctoral students, it might be a matter of professional development; for postdoctoral researchers, an intrinsic interest on gaining new teaching and research insights, and for experienced academics, an opportunity to foster collegial approaches to education, research and partnership that transcend national boundaries; and in all cases, it is a matter of intellectual health. At the same time, it is the perfect occasion to live in another country, speak or learn a different language and develop a “global mindset”, understood as the capacity for appreciating elements of different cultures and the readiness to learn new socio-cultural, economic and political conception of the world. In all cases, it is a social and personal competence growth which entails the development of global or international competences.

Understanding international interaction is essential for universities to work effectively in today’s global environment. The level of this understanding is related to possession of international competences (Gupta and Govindarajan, 2002). “International or global competences” can be understood as the dispositional ability to efficiently act in complex international situations. Global competences are seen as those universal qualities that enable academics to perform their job outside their own national as well as organizational culture, no matter what their educational or ethnical background is, what functional area their job description represents, or what university they come from. In that regard, global academics can be anyone having global responsibility over any teaching and research activity and a global mindset embedding their academic activities.

The development of international competences depends on the academics’ personal abilities, capabilities, previous knowledge and experiences, but also can be determined by the host institution’s learning environment, the induction strategies and the learning opportunities offered. International experiences abroad offer innumerable formal and informal experiences to trigger democratic global competences when they are based on active learning and experience making.

With the aim of further develop internationalization in higher education, HEI should be more aware of the values provided by internationally-competent academics and their potential impact on developing global education and research approaches. Internationally-competent academics can play an important role in graduate preparedness for a global and inclusive society. As stated by Badley (2000), “globally-competent university teachers not only have to see themselves as academically and pedagogically competent but also to take on the role of democratic global citizens with all of the risks, rights and duties entailed” (p.246). The challenge for the international academic is to transfer these competences into the research and teaching practice and be able to assess their impact on the institution’s international culture and curricula, and on the students’ performance and behavior. It is proposed that more scientific evidence should be gathered to measure the impact of academics’ international collaboration on their professional development, on their research projects, on their teaching and learning approaches, on the university’s curriculum, and on their students’ development of international, inclusive and democratic mindset and competences.

References:

  • Badley, G. (2000). Developing Globally-Competent University Teachers, Innovations in Education & Training International, 37:3, 244-253.
  • Gupta, A.K., & Govindarajan, V. (2002). Cultivating a global mindset. Academy of Management Executive. 16, 1: 116-126

Mònica Feixas (Universitat Autònoma de Barcelona)_____________________________________________________________________

This paper is my dedicated tribute to the administrative and academic staffs at IWP, and specially the director of the institute, Prof. Dr. Dieter Euler, who made possible my research stay at University of St. Gallen. Thank you for the opportunity to be part of an exceptional team in a fantastic setting with a great atmosphere and for the nice reception, welcoming and socialisation during my first academic year in Switzerland.