Kategorie-Archiv: Lehre

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Workshop zur Integration von Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Lehre an der HWZ

Am 21.03.2016 war ich von der Hochschule für Wirtschaft Zürich eingeladen, um einen Workshop für Dozierende im Rahmen des Weiterbildungsangebots zu gestalten. Zusammen mit 18 TeilnehmerInnen haben wir den Abend über erörtert, wie Verantwortung und Nachhaltigkeit inhaltlich und didaktisch in individuelle Lehrveranstaltungen integriert werden können.

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Ausgangspunkt der Diskussion ist die Unterzeichnung der PRME-Prinzipien durch die HWZ. Nach einem einführenden Austausch über bisherige Erfahrungen wie auch Fragen zum Thema, wurden die Prinzipien und damit verbundene Begrifflichkeiten sowie ihre Ansprüche und Kontexte (Hochschule, Lehre, Management-Ausbildung) von mir aufgezeigt.

In dem Workshop konnte ich vor allem unsere Integrationsoptionen und -erfahrungen hierzu aus unserem HSG-Projekt mit den TeilnehmerInnen teilen: Das sind Erfahrungen auf der institutionellen und curricularen Ebene, aber auch – und das war das Hauptanliegen des Abends – auf der konkreten didaktischen Ebene. Ziel von methodisch-didaktischen Entscheiden bei der Integration von Verantwortung und Nachhaltigkeit soll die kritische Auseinandersetzung mit Inhalten, das interdisziplinäre Problemlösen wie auch eine individuelle Verantwortlichkeit sein. Hierzu konnte ich konkrete Unterlagen, Prinzipien zur Gestaltung der Lernumgebung und Methoden exemplarisch vorstellen (siehe auch unser SD-Toolkit).

Die TeilnehmerInnen hatten daraufhin Zeit eigene Ideen zu entwickeln und zu diskutieren. Dieses Angebot wurde sehr ausführlich genutzt und es kam zu konkreten Integrationsideen wie auch regen Diskussionen dazu. Vor allem der fächerübergreifende Austausch (hier saßen Soziologen, Juristen, Betriebswirte u.a. nebeneinander) wurde sehr geschätzt. So konnten wir die Idee der Interdisziplinarität gleich konkret für eine Lehrinnovation nutzen! 🙂 − Ideen der Kolleginnen und Kollegen wurden kritisch erörtert und konnten auch als Orientierungsbeispiel für andere dienen, wie Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Lehre ihren Platz finden kann.

Mir hat es viel Freude gemacht, mit unseren Projektergebnissen den Diskurs über die Integration von Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Lehre weiter zu tragen und mit erfahrenen Dozierenden darüber ins Gespräch zu kommen, die meist auch selbst unmittelbar in einem unternehmerischen Kontext beschäftigt sind.

Für die Umsetzung der Ideen, die in dem Workshop entstanden sind, wünsche ich den Kolleginnen und Kollegen gutes Gelingen! Ich würde mich sehr freuen, auch auf dieser Plattform über Integrations- und konkrete Lehrerfahrungen ins Gespräch zu kommen! Kommentare sind also herzlich willkommen!

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Beitragsvorstellung: „Hochschulbezogene Lehr-/ Lernforschung als Basis für die Lehrprofessionalisierung“ (2015)

Mit diesem Beitrag möchte ich den o.a. Titel von Wolfgang Jütte, Markus Walber und Claudia Lobe aus dem Sammelband zur Pädagogischen Hochschulentwicklung (S. 83-99) vorstellen:

In ihrem Beitrag weisen die Autoren an einem konkreten Beispiel der Universität Bielefeld einen Zugang zum Feld der Hochschullehre aus, der es zum Ziel hat, der Komplexität des vielschichtigen Konstrukt „Hochschullehre“ gerecht zu werden. Die Komplexität ergibt sich aus der Berücksichtigung von Prozessfaktoren (Lernen als Indikator für die Wirksamkeit von Lehre) sowie Kontextfaktoren (organisationale und personale Bedingungen) und verlangt deshalb ein multiperspektivisches Forschungsdesign sowie multimethodische Analyseinstrumente.

In einer ersten theoretischen Auseinandersetzung werden vier Gegenstandsbereiche der Hochschulforschung präzisiert: Die Autoren konstatieren, dass die (1) Qualität des Lehrens und Lernens vor allem an einem normativen Verständnis „guter Lehre“ resp. von „gutem Lernen“ ausgerichtet ist und, dass das Verhältnis von (2) Lehren und Lernen nicht in einfachen Kausalzusammenhängen abgebildet werden kann. Außerdem gilt es zu berücksichtigen, dass Lehrende und Lernende auf (3) den organisationalen Kontext reagieren und Lehrende von diesem in ihrer (4) Professionalisierung abhängig sind. − Um den beschriebenen Zusammenhängen forschungstechnisch begegnen zu können, ist die Methodentriangulation sinnvoll. Diese kann zur Fokussierung von Schnittstellen in den Daten und ihrer Verzahnung dienen, und so ein Wechselspiel zwischen „empirischen Beobachtungen und (theoretischen) Erklärungen im Forschungsverlauf“ (S. 86) ermöglichen kann.

Als nächstes konkretisieren die Autoren ihre Vorstellungen zu einem multiperspektivischen und multimethodischen Forschungsdesign am Beispiel des Projekts „Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre“: Die Vorarbeit dazu leisteten sie mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse der Projektanträge für Innovationsprojekte. Sie ist Grundlage für eine induktive Instrumentenentwicklung für die weiteren geplanten separaten Teilerhebungen zu folgenden drei Beobachtungsfokussen innovativer Lehre:

1)   Lehrende: Mit einer qualitativ inhaltsanalytischen Interviewstudie war das Ziel verbunden, „Einblicke in die Motivationen, Innovationsverständnisse und Handlungsprobleme bei der Realisierung innovativer Lehre sowie ihre organisationale Einbettung“ (S. 87/88) zu erhalten.

2)   Lernende: Die quantitative Befragung der Studierenden war mit dem Ziel verbunden, „Effekte innovativer Lehre auf das Lernen der Studierenden aufzuzeigen“ (S. 90).

3)   Vernetzung: Unter der Vorannahme, dass Innovationsprozesse als soziale Prozesse betrachtet werden, wurde eine soziale Netzwerkanalyse vorgenommen. Ihr Ziel war die Analyse der „Bedeutung der Netzwerkbildung mit gleichgesinnten Peers innerhalb und außerhalb des eigenen Hochschulkontextes“ (S. 88). Der Fokus lag dabei auf der „Kommunikation und Beziehungsstrukturen der Lehrenden in ihrer Funktion als Innovationspromotoren/-innen“ (S. 93).

Nach diesen separaten Erhebungen und Analysen nutzten die Autoren die Erkenntnisse i.S. einer Ergebnistriangulation dazu, „um Fragen an die jeweils andere Teilstudie zu formulieren und ihnen ggf. durch Sonderanalysen noch einmal gezielt nachzugehen“ (S. 95).

Im Anschluss an dieses konkrete Forschungsbeispiel weisen die Autoren auf die Relevanz einer möglichst evidenzbasierten Steuerung pädagogischer Praxis hin: Beobachtungen des professionellen Handelns und Erkenntnisse aus dem Feld sind gerade wegen ihrer situativen Merkmale fruchtbarer als normative pädagogische Zielvorstellungen.

Zum Schluss möchte ich noch eine kurze kritische Würdigung anfügen: Die Forderung nach einer Evidenzbasierung von Lehrprofessionalisierung leuchtet mir als wissenschaftliche Mitarbeiterin des CEDAR-Teams, aber auch als Lehrende an der Universität St.Gallen ein und entspricht meinem persönlichen Forschungsverständnis Meines Erachtens tangiert diese Auseinandersetzung vor allem die Diskussion eines Transferproblems von Forschung in die Praxis; besonders im Fall „Gestaltung innovativer Lehre“. Hierzu hätte ich eine genauere Darstellung des Forschungsprojekts als hilfreich empfunden, speziell eine explizitere Ausweisung des Innovationsbegriff: Welche Art von Innovationen wurden in den Projekten angesprochen und wer hat definiert, dass diese „innovativ“ sind (Stichwort: normative Setzung).

Weiterführend hätte mich als Leserin im Kontext der klaren Abschlussforderung noch eine kritische Würdigung des beispielhaften Innovationsprojekts interessiert: Mit welchen Herausforderungen bzw. Stolpersteinen muss man bei einem solchen Forschungsdesign und dieser Art der Erkenntnisgewinnung rechnen?

Perspektiven auf Wandel: Conceptual Change, Change Management, Change Leadership – eine Synthese von Walter & Riegler

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Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Begriff „Wandel“ im Bezugsrahmen der pädagogischen Hochschulentwicklung. Werden Wandelprozesse von den Perspektiven der Kognitionswissenschaften, der Wissenschaftsgeschichte und der naturwissenschaftlichen Didaktik betrachtet, so lässt sich nach Walter und Riegler (2015, S.281) ein gemeinsames Element des Wandels feststellen: „Konzeptionen –menschliche Vorstellungen über unsere erfahrbare Umwelt“. Aber was bedeuten Konzeptionen in Bezug auf die Hochschullehre? Hier müssen einerseits Konzeptionen von Studierenden wie auch Konzeptionen von Lehrenden berücksichtigt werden. Nach Walter und Riegler (2015, S. 283ff) kann es sich bei den vorhandenen Konzeptionen auch um Fehlkonzepte oder Schwellenkonzepte handeln. Fehlkonzepte sind ganzheitlich betrachtet nicht mit wissenschaftlich gestützten Vorstellungen vereinbar und oftmals inkonsistent. Schwellenkonzepte hingegen können u.a. transformativ, integrativ, irreversibel und schwierig sein. Hierbei werden wissenschaftliche Konzeptionen in mitgebrachte Vorstellungen von z.B. Studierenden im Lernprozess integriert. Bei Lehrenden kann die Schwelle als Erschwernis angesehen werden, (erziehungs-)wissenschaftliche Konzeptionen anzunehmen und in der Lehre anzuwenden. Diese Fehl- oder Schwellenkonzepte können durch Selbstreflexion, Konfrontation (kognitive Konflikte), Kontakt mit alternativen Lehrkonzeptionen und Lehrpraxis sowie durch Commitment Building verändert bzw. weiterentwickelt werden. Um bei Studierenden einen Konzeptwandel ins Rollen zu bringen, bedarf es Lehrinnovationen, bei Lehrenden kann ein solcher Konzeptwandel durch hochschuldidaktische Qualifikation erreicht werden. (Walter & Riegler, S. 281ff)

Nach den Autoren ist es eine „zentrale Aufgabe von Lehre Studierende dabei zu unterstützen ihre Konzeptionen zu wandeln“ (Walter & Riegler, S. 286). Konzeptwandel kann somit als Kernaufgabe von Lehre angesehen werden. Welche Folgen entstehen dadurch für die Hochschulentwicklung und –didaktik? Wenn Fehl- oder Schwellenkonzeptionen von Studierenden nur dann verändert werden können, wenn auch bei den Lehrenden keine Fehl- oder Schwellenkonzepte bestehen, müssten dann nicht in jedem didaktischen Aus- und Weiterbildungskurs diese Konzeptionen im Mittelpunkt stehen? Wenn man „Conceptual Change“ beispielsweise mit einem Hausabriss vergleicht, reicht es nicht die obersten, leicht zugänglichen Mauern zu entfernen oder lediglich zu verändern. Das Haus würde etwas anders aussehen, aber nach wie vor auf dem bestehenden, ggf. instabilen Fundament existieren. Es müssen die tragenden Elemente, die Grundmauern erschüttert werden, um das Haus zum Einsturz zu bringen. In Analogie müssen also die Fehl-/Schwellenkonzeptionen von Lehrenden erschüttert werden, damit diese didaktische Aus- und Weiterbildungen annehmen und umsetzen können.

Kurztagung „Prüfungen auf dem Prüfstand“ an der PHZH

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Am 14. Januar 2016 fand an der Pädagogischen Hochschule Zürich eine Tagung mit Fokus auf Prüfungen und Assessments im Hochschulbereich statt.

Nach der Begrüssung und Einführung von den Veranstalterinnen Dr. Franziska Zellweger (PH Zürich) und Lydia Rufer (Universität Bern – ZUW) folgte ein Inputreferat von Dr. Roland Tormey (ETH Lausanne) zum Thema „Assessment in Higher Education from different Perspectives“. Dieser Beitrag sensibilisierte die Teilnehmenden in Bezug auf die Fragen, worauf es bei Prüfungen ankommt, von welchen Prüfungsformen die Studierenden am meisten profitieren können und wie Lehre (hinsichtlich Assessment) mit neuen technologischen Tools wie z.B. Klicker gut verbunden werden kann.

Insbesondere zwei Punkte konnte ich mir von diesem Vortrag mitnehmen: 1) Studierende profitieren am stärksten von Feedback, um die eigenen Stärken und Schwächen erkennen und sich dadurch weiterentwickeln zu können. Gibt man hierbei allerdings zusätzlich Noten bekannt, wirkt sich dies eher hinderlich für das Feedback aus – warum? Weil die Studierenden es (leider) gewohnt sind, sich an Noten zu orientieren. Erhalten sie zum Beispiel eine gute Note, wird das Feedback sehr wahrscheinlich nicht mehr angesehen. 2) Durch das Einbinden von indirektem Feedback während der Lehrveranstaltung kann ein Bewusstsein für die Prüfungsform der Lehrveranstaltung geschaffen werden. Dadurch können die Studierenden besser einschätzen, was auf sie zukommen wird. Des Weiteren können sie sich selbst besser einordnen und Entwicklungs- oder Lernbedarf leichter erkennen. Um diese Art von Feedback in der Lehrveranstaltung einzubringen, können sogenannte Klicker eingesetzt werden. Diese ermöglichen nicht nur den Lehrenden Fragen im Plenum an die Studierenden zu stellen, um zu sehen, ob Inhalte verstanden wurden, sondern auch den Studierenden anonym und ohne Angst vor Misserfolg ihre Antwort mitzuteilen und gleichzeitig Feedback auf ihr eigenes Lernen zu erhalten.

Anschliessend habe ich den Workshop „Leistungsnachweis konkret- Assessmentklinik“ besucht. Dieser wurde von verschiedenen Expert/innen begleitet und von Lydia Rufer (Universität Bern – ZUW) moderiert. Für jedes Prüfungsformat gab es ein Tisch mit einem Experten oder einer Expertin. Da man sich selbst seinen Prüfungsschwerpunkt aussuchen konnte, entschied ich mich für Projekte und praktische Prüfung, da ich mit diesem Bereich bisher am wenigsten Erfahrung habe. In einer Gruppe von fünf Personen und Moderation durch Sabrina Strazny (Universität Bern – ZUW) konnten persönliche Erfahrungen, aktuelle Fragen und Probleme wie auch zukünftige Vorhaben angesprochen und diskutiert werden. So kam ein spannender Austausch unterschiedlicher Hochschulen zustande, von welchem sicher jeder von uns etwas mitnehmen konnte. Die dadurch entstandene Take-Home-Message war, dass die Prüfung nie unabhängig von Ressourcen und Lehr-/Lernzielen angesehen werden kann.

Das Thema „Prüfungen“ ist also durchaus komplex und steht im Zwiespalt Leistungsökonomisierung und individueller Entwicklung, immer in Verbindung mit vorhandenen Ressourcen und dies auf universitärer, studienprogrammbezogener wie auch lehrveranstaltungsbezogener Ebene.

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TAP – Teaching Analysis Poll – Pilot an der Universität St. Gallen

Auf Anregung des Teams für Lehren und Lernen der Universität Bielefeld pilotieren wir in diesem Semester die Teaching Analysis Poll (TAP). Bei dieser aus den USA kommenden Methode der formativen Evaluation wird das Ziel verfolgt, die Lehrenden bereits während des Semesters mit einer systematischen Rückmeldung zu unterstützen, ihre Lehrveranstaltung zu verbessern. TAP wird wie folgt durchgeführt (Quelle: u.a. Team Lehren und Lernen, Uni Bielefeld):

  • Anmeldung des Dozierenden für eine TAP im laufenden Semester
  • Zum vereinbarten Termin besuchen zwei Vertreter/-innen des Competence Centre for Educational Development and Research (CEDAR) die Veranstaltung (i.d.R. in der letzten halben Stunde).
  • Die Studierenden beantworten in Kleingruppen von maximal 5 Personen folgende drei Fragen:(1) Wodurch lernen Sie in dieser Veranstaltung am meisten? (2) Was erschwert Ihr Lernen? (3) Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie für die hinderlichen Punkte?
  • Die Studierenden notieren ihre Vorschläge auf vorbereitete Arbeitsblätter, welche nach der Arbeitsphase eingesammelt werden.
  • Die Moderatoren/-innen des CEDAR gehen dann die Punkte mit den Studierenden durch und notieren sich, welche mehrheitsfähig sind.
  • Innerhalb einer Woche nach der Durchführung findet ein Feedbackgespräch zwischen dem/der Dozierenden und den CEDAR-Vertretern/-innen statt, indem vereinbart wird, welche der angesprochenen Punkte umgesetzt werden können. Die Lehrperson gibt ihren Studierenden in der folgenden Sitzung eine Rückmeldung zu den Punkten, die sie umsetzen möchte.

An der Unversität St. Gallen wird TAP in diesem Semester mit vier Lehrveranstaltungen sowohl auf der Bachelor- als auch auf der Masterstufe pilotiert. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Studierenden – trotz anfänglicher Skepsish – die drei gestellten Fragen sehr intensiv diskutieren und konstruktive Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Die folgende Abstimmung unterstützt die Moderatoren/-innen herauszuarbeiten, welche der Punkte von einer Vielzahl der Studierenden vertreten wird. Auf diese Weise wird vermieden, dass die Veranstaltung aufgrund von Einzelmeinungen umgestellt wird. Dabei kann auch festgestellt werden, dass sich durchaus kontroverse Diskussionen unter den Studierenden darüber entfachen, wie ‚gute Lehre‘ denn nun aussehen soll. Die Dozierenden erhalten im Feedbackgespräch wertvolle Hinweise, wie sie ihre Lehre noch im laufenden Semester verbessern können. Auf diese Weise erfahren die teilnehmenden Studierenden direkt, welche Veränderungen die Lehrperson umsetzt.

Wir sind gespannt auf die weiteren Erfahrungen in der Pilotphase und hoffen, dass wir das Konzept dann ab dem Frühjahrssemester in St. Gallen in die Breite bringen können.

Ein herzliches Dankeschön gilt den Kollegen/-innen der Universität Bielefeld, die ihre Erfahrungen mit TAP mit uns teilten!

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Pattern & Portale – Was motiviert zu innovativer Lehre? – Ein Workshop von und mit Frau Dr. Anne Thillosen (IWM)

Am vergangenen Mittwoch war Frau Dr. Thillossen  zu Gast am IWP. Im Rahmen des SUC-Toolkit-Projekts hat sie für uns und weitere Gäste aus Bern vom Centre for Development and Environment (CDE) sowie vom Network for Transdisciplinary Research, wie von Frau Prof. Seufert angekündigt, einen Workshop gestaltet.

Der erste Teil des Workshops beschäftigte sich mit Erfahrungen zur Gestaltung von Plattformen, der zweite Teil um didaktische Entwurfsmuster (sog. „design pattern“) für die Lehre; jeweils am Beispiel der Plattform e-teaching.org. ‒ Beide Teile sind für unser Toolkit-Projekt relevant: Ziel ist es, wie bereits beschrieben, eine internetbasierte Plattform zu entwickeln, auf der Dozierende für den Bereich Wirtschafts- und Rechtswissenschaften Ideen und konkrete Materialien zur Umsetzung von Aspekten von „Verantwortung“ und „Nachhaltigkeit“ in ihrer Lehre erhalten und sich darüber austauschen können. Hierfür braucht es eine motivierende, ansprechende und einheitlich aufbereitete Darstellung der Inhalte. Das Beispiel e-teaching.org veranlasste uns zu einem regen Austausch über Umsetzungsmöglichkeiten in den Toolkit-Projekten der HSG und der Universität Bern. Aus den vielzählig diskutieren Aspekten möchte ich für beide Veranstaltungsteile je ein einen Aspekt vorstellen:

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#PORTALE Besonders bemerkenswert war für uns der „Personas-Ansatz“, der bei der Entwicklung einer Plattform angewendet wird: Es geht dabei darum, einen archetypische Nutzer für ein Online-Angebot mit Hilfe einer möglichst konkreter Personenbeschreibungen zu charakterisieren und somit das Angebot für verschiedene Zielgruppen aufzubereiten.

#PATTERN – Die Idee der Pattern ist es, nicht nur didaktische Methoden, Medien o.ä. zu beschreiben, sondern ihre konkrete Anwendung für spezifiziert Kontexte i.S. einer Externalisierung von Erfahrungen aufzubereiten. Dabei ist der Ausgangspunkt stets ein Problem, dem man mit einem didaktischen Entwurfsmuster begegnen kann. Die Idee der Entwurfsmuster für digitale Medien kann man auch auf den Kontext von Verantwortung und Nachhaltigkeit übertragen, worüber eine intensiver Austausch entstanden ist, wer solche Pattern schreibt und wie diese aussehen können. Idealerweise wird der Schreibprozess im Team angegangen, berichtete uns Frau Thillosen.

Mit Blick auf den Bereich Hochschuldidaktik war der Workshop auch interessant, um die Inhalte von e-teaching.org kennen zu lernen. Dort kann man „Informationen zur Gestaltung von Hochschulbildung mit digitalen Medien“ finden und sich an der Diskussion darüber beteiligen. ‒ Ein spannender Informationsbereich zu verschiedensten Veranstaltungsformaten für alle E-Learning-Interessierten im Hochschulbereich. Außerdem war es interessant vorgestellt zu bekommen, wie der Aufbau einer Plattform auch durch kontinuierliche didaktische Forschung begleitet werden kann.

Dozierendentagung 2015 – Gute Denkanstösse und kritische Fragen

Dietrich Wagner

Am 22.04 lud die Universität St. Gallen ihren gesamten Lehrkörper zur jährlich stattfinden Dozierendentagung ein. Die Tagung beschäftigte sich in diesem Jahr mit der Frage, wie viel Praxis und Theorie in der universitären Lehre enthalten sein sollte. Neben einer Keynote von Dr. Jürgen Kaube, einem Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, gab es noch die Wahl zwischen drei Workshops, die das Thema in verschiedenen Facetten beleuchteten. Es war insgesamt eine gute Mischung aus Denkanstössen in den verschiedenen Vorträgen und der Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich kennenzulernen.

Sehr zum Nachdenken gebracht hat mich die Keynote von Dr. Kaube, in der er sich mit der Frage auseinandersetzte, wie viel Praxis der Theorie eigentlich gut tut. Er begann seinen Vortrag mit der Auseinandersetzung des Begriffspaares „Theorie“ und „Praxis“ und stellte fest, dass die Universität immer in einem Spannungsfeld zwischen diesen beiden Schwerpunkten liegt. Zum einem gibt es Interessen innerhalb der Universität, die die Forschung betonen möchten, zum anderen fordern die zukünftigen Arbeitgeber der Studierenden und die Studierenden selber möglichst praxisnahe Inhalte. Die sehr interessante Frage, die er an dieser Stelle stellt, lautet: „Welche Praxis kann und soll die Universität vermitteln?“. Geht es bei „Praxis“ um die Anwendung und Umsetzung von z.B. einem gelernten Modell oder einem Managementansatz oder soll die Universität ihren Studierenden auch beibringen, wie sie z.B. richtig telefonieren oder sich einem Vorgesetzten gegenüber verhalten sollen. Telefonieren z.B. ist etwas, das praktisch hoch relevant und wichtig erscheint, aber ist es Aufgabe der Universität so etwas zu vermitteln und kann sie das überhaupt? Kaube stellt die These auf, dass das Wissen und die Techniken zur Anwendung des Wissens, die an der Universität erlernt und häufig als „praxisnah“ deklariert werden, die Praxis lange nicht vollständig abbilden. Praxis sei viel mehr als die Anwendung von bestimmten Techniken und Modellen. Dazu gehöre eben auch die Fähigkeit, eine Situation richtig erfassen und bewerten zu können oder in einem schwierigen Gespräch den Überblick zu behalten. Hier differenziert er zwar zwischen Studiengängen, die gezielt auf einen Beruf vorbereiten wie z.B. das Medizin- oder das Jurastudium und Studiengängen, die breiter angelegt sind und nicht von vornherein einen bestimmten Beruf im Blick haben wie z.B. Geographie oder Physik. Allerdings gelte seine These im Grunde für beide Arten von Studiengängen, denn: „Ein guter Anwalt wird man nicht durch das Studium“. Da es schwierig ist, vieles, was praxisrelevant ist, im Studium zu vermitteln, stellt Kaube provokativ die Frage: „Vielleicht wird man an der Universität ja auch einfach nur älter?“ Damit will er der Universität nicht die Fähigkeit absprechen, bestimmte Kompetenzen und Inhalte zu vermitteln, allerdings läuft seine Argumentation darauf hinaus, dass viele Facetten der Praxis in der Universität nicht erlernbar sind. Jürgen Kaube schliesst seinen Vortrag mit einer Liste von Fähigkeiten und Kompetenzen, die seiner Meinung nach unbedingt durch die Universität thematisiert werden sollen und die er selbst aus seinem Studium mitnehmen konnte. Dazu gehören die kritische Auseinandersetzung mit Informationen, das Erkennen von Restriktionen und Begrenzungen, das richtige Einschätzen von Situationen und die Fähigkeit zur Reflexion. Diese Fähigkeiten können sehr flexibel eingesetzt werden und führen letztendlich dazu, dass Erkenntnis entsteht. Vor allem an der Ausbildung dieser Fähigkeiten muss die Universität arbeiten und weniger an Einüben bestimmter Techniken, die unflexibler und weniger wichtig für die Arbeit in der Praxis sind.

Diskussionswürdig finde ich vor allem die Sicht Kaubes auf „die Praxis“ und seine Konsequenzen für die universitäre Lehre. Auch die Frage, ob die Universität eine „Umweg-Organisation“ ist, an der man hauptsächlich älter wird, um dann in ein Unternehmen arbeiten zu können, bietet Potenzial für einen interessanten Diskurs.

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Rückblick auf den Tag der Lehre an der Dualen Hochschule Mosbach

Am 23.10.2014 nahmen Tobias Jenert und ich am Tag der Lehre der Dualen Hochschule (DH) Mosbach zu dem Thema „Qualifizierung von Studierenden im Student-Life-Cycle“  teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie vor dem Hintergrund zunehmender Heterogenität von Studienanfängern, adäquate Qualifizierungsangebote geschaffen werden können. Die Zielgruppe war deshalb sehr heterogen: Neben Lehrverantwortlichen der DHBW- und anderen Hochschulen, waren auch Vertreter aus den umliegenden Gymnasien und Personalverantwortliche aus den Kooperationsunternehmen geladen.

Die erste Keynote am Vormittag „Unterstützung ohne Ende und autonomes Lernen: Passt das zusammen?“ von Prof. Dr. Thilo Harth rückte die interessante Frage in den Vordergrund, ob zu viel Unterstützungsangebote (wie etwa Vorkurse, separate Prüfungstrainings etc.) nicht genau das Gegenteil von der allgegenwärtigen Vorstellung der Bildung eines selbstständigen Studierenden bezweckt. Obwohl die angeführten Antithesen („Fachwissen vs. außerfachliches Wissen“, „traditionelle vs. virtuelle Lernsettings“ sowie „alte vs. neue Lernorte“) in Ihrer Erörterung nicht besonders trennscharf waren, konnte er mit diesen doch kritische Fragen bzgl. Lehr- und Prüfungsgestaltung aufwerfen. Z.B. Warum evaluieren Prüfungsformen vor allem Fachwissen und nicht überfachliche Kompetenzen? oder: Besteht eine Gefahr des cognitve overloads, wenn virtuelle Lernmöglichkeiten wachsen, die Zeit zum Lernen aber nicht?

Das Tagungsprogramm für die Sessions am Nachmittag lehnte sich entsprechend des Themas an die Phasen des Studiums an. Tobias und ich stellten in der Session „Qualifizierung in der Studieneingangsphase II: themenspezifische Einzelveranstaltungen zur Studiums-Vorbereitung“ die qualitative Forschung zum Einstellungsprojekt vor: Mit der Vorstellung der Auswertung der längsschnittlichen Interviewstudie konnten wir begründet Thesen zur Enkulturationsprozessen von Wirtschaftsstudierenden im ersten Jahr an der Universität St. Gallen darstellen. So wollten wir aufzeichnen, wie und weshalb es Studierenden gelingt oder misslingt, „ihren Platz“ an der Universität zu finden und welche Implikationen das vor allem für die Lehre hat. Für die HSG konnten wir konkret eine Vielzahl geplanter und nicht-geplanter Ereignisse im ersten Studienjahr identifizieren, die entscheidend für die Motivations- und Einstellungsentwicklung gegenüber dem Studium sind. Prüfungsereignisse waren zum Beispiel die bedeutendsten.

Trotz der scheinbar unterschiedlichen Beiträge in unserer Session ‒ es folgten die Vorstellung der Vorkurse Mathematik und Englisch der DH Villingen-Schwennigen sowie das „Starterkit“ der DH Mosbach ‒ war die Feststellung solcher Ereignisse in unseren Augen doch der gemeinsame Bezugspunkt der Session: Anforderungen und Angebote von Hochschulen werden geschaffen, ohne zuvor systematisch abzuschätzen, wie diese (auch in deren Kombination) auf Studierende wirken. Fragen wie „Sorgen Vorkurse mit der Intention Studierende zu unterstützen nicht noch mehr für eine ‚Konsumentenhaltung’ bei den Studierenden?“ oder „Passen diese Angebote mit den späteren Leistungsvoraussetzungen in der Lehrveranstaltung?“ drängten sich auf. ‒ Eindeutig in allen Beiträgen war, dass die Studieneingangsphase eine prägende ist und ihr damit besondere Bedeutung zukommen sollte. Bei ihrer Ausgestaltung wird es aber nicht DIE Antwort für DIE/DEN Studierende/n an sich geben.

Es war eine vielfältige Veranstaltung, von der wir in diesem Rahmen nur in Ausschnitten berichten. Alles in allem haben wir uns in Mosbach sehr wohl gefühlt und konnten interessante Einsichten – auch in das System Duale Hochschule ‒ gewinnen!

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Rückblick DocNet-Symposium „Business School 2030“

Am 10.10.2014 habe ich an dem 12. DocNet-Symposium zu dem Thema „Business School 2030. Tailor-made responsible leaders or mass-produced corporate slaves?“ teilgenommen.

Die Keynote Speakers waren vielfältig, was eine kontroverse Darstellung der Herausforderungen und Möglichkeiten für Business Schools der Zukunft vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an zukünftige Führungspersönlichkeiten in einer zunehmend komplexen betrieblichen und sozialen Umwelt ermöglichte. Die Keynotes beinhalteten konkrete Bilder eines zukünftigen Business School-Absolventen und mehr oder weniger konkretisierte Wege dorthin:

Prof. Dr. Thomas Dyllick sprach zu seinem Buch „Management Education for the World“, eingeleitet durch den dazugehörigen Film. Seine wesentlichen Forderungen lassen sich mit den „3E´s“ zusammenfassen: „educating and devoloping global leaders“, „enabling organizations to serve the common good“ und „engaging in the transformation of business and economy“. Eine methodische Umsetzung ist das “Collaboratory”.

Dany Kielholz von KSP stellte die Idee seiner Marketing-Agentur vor, Nachhaltigkeit als neue Dimension in Kommunikation und Markenführung zu nutzen. Zwei zentralen Thesen waren, dass es einen Wertewandel gibt und dass der Leitgedanke „green, clean, fair, true & sexy“ die eigene Identität der Agentur sowie die ihrer Dienstleistungen spiegelt. Sein Beispiel eines coop-Werbespots, zeigt bspw., wie das Thema in der Kommunikationspolitik aufgegriffen werden und damit vor allem eine emotionale Ansprache des Publikums erfolgen kann.

– Karin Sahr von Ernst & Young gab einen Einblick in die Beratungspraxis: Sie arbeitet mit der an der Universität St.Gallen entwickelten Public Value Scorecard. Ausschlaggebend bei der Beratung von Unternehmen ist besonders deren „readiness“ für das Thema „public value“, was wesentlich von der wirtschaftlichen Lage und den Einstellungen der Führungspersönlichkeiten abhängt (nach dem Motto: „Können und wollen wir uns das leisten?“). Aus ihrer Arbeit zieht sie ein metaphorisches Fazit (angelehnt an die Antithese von Isaiah Berlin), dass Business Schools mehr „Füchse“ anstatt Igel ausbilden sollten: Im Gegensatz zum Igel, der einer Logik folgt, kann der Fuchs mit unterschiedlichen Perspektiven umgehen und damit in einer zunehmend komplexen Wirtschafts- und Umwelt bestehen. Hierzu muss der Fuchs in seiner Ausbildung verschiedene Perspektiven und Tools kennenlernen.

Prof. Matt Stattler von der NYU Stern referierte darüber, wie „practical wisdom“ anstelle von reiner Wissenschaft i.S. einer wissensbasierten Theorie an einer Business School gelernt werden kann. Zum einen ist es wichtig, Wissenschaft nicht als „amoralisch“ und damit Ethik nicht als einen Zusatz anzusehen. Zum anderen sollten auch Empathie oder emotionale Intelligenz durch reflexive Auseinandersetzungen mit einem Thema sowie praktische Lerngelegenheiten gefördert werden.

– Gary Steel, früherer Verantwortlicher für das globale HR bei ABB, sprach über die Anforderungen künftiger Führungskräfte: mit Komplexität in Entscheidungsprozessen umgehen, Dilemmas ergründen und ethische Fragestellungen beantworten. Zukünftige Führungskräfte zeichnen sich seiner Meinung nach deshalb insbesondere durch folgende Merkmale aus: kritisch sein, Mut haben, neugierig und empathisch sein. Simulationen sind für ihn das passende Vehikel der Lehre.

Der Punkt, den ich in diesem Beitrag zur Diskussion stellen möchte, ist, dass die verbalen und medialen Beiträge mit werthaltigen Begrifflichkeiten und Vorstellungen von zukünftigen Führungskräften und den Hochschulen, an denen sie ausgebildet werden, aufgeladen waren: engagment, empathy, fairness, courage usw. – Begriffe, die insbesondere Einstellungen adressieren und Emotionen wecken.

Emotionalität kann – wie beim Marketing-Beispiel ‒ sicher Türöffner für Themenbereiche wie „Verantwortung“ oder auch „Nachhaltigkeit“ sein, kann aber auch Türen zufallen lassen, wenn der (oftmals nicht intendierte) Eindruck erweckt wird, den „moralischen Zeigefinger“ heben zu wollen. Das ist sicher eine relevante Herausforderung im Diskurs um Business Schools im Jahr 2030.

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Besuch des Dritten Schweizer Methodenfestivals in Basel

Am vergangenen Samstag, 13.09.2014, besuchte ich das zweitägige Festival der Universität Basel zu qualitativen Forschungsmethoden. An dieser Stelle möchte ich von dem Forschungsatelier zu „Mixed Methods“ berichten: Prof. Max Bergmann referierte über das „Was“ und das „Warum“ von Mixed-Methods-Forschung. In der Interaktion mit den Teilnehmern versuchte er, quantitative Forschung und qualitative Forschung in ihrer Reinform gegenüberzustellen und kam zu dem Schluss, dass eine Unterscheidung per se nicht viel Sinn mache, sondern der/ die Forschende im Forschungsprozess unterschiedliche Möglichkeiten bzw. Zugänge habe und Mixed-Methods damit eine fast genuine Berechtigung habe.

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Er reflektierte weiter bemerkenswert kritisch das deduktive Forschungsvorgehen, das insbesondere die Methodenausbildung an den Hochschulen dominiert: Von der Forschungsfrage zu den Daten, über deren Analyse hin zu einem Ergebnis. ‒ Bergmann plädierte dafür, in „Forschungsfrage“, „Daten“, „Analyse“ und „Ergebnis“ keine Abfolge von Schritten zu sehen, sondern vielmehr ein Beziehungsgeflecht von interdependenten Komponenten. Das Ergebnis könne dabei nie vollständig und unabhängig sein, sodass Mixed-Methods nicht den zugeschriebenen Anspruch einlösen könne, ein ganzheitliches Bild eines Phänomens wiedergeben zu können („idea of holism“). Im Zusammenhang mit dem Mixed-Methods-Ansatz und seinen Anforderungen und Erwartungen ließ sich Bergman zwar nicht unmittelbar auf einen oder mehrere Standards für eine gute Mixed-Methods-Forschung festlegen, sodass die Frage im Plenum blieb, ob dann nicht die Idee von „anything goes“ eine Mixed-Methods-Forschung auszeichnet. Er plädierte aber dafür, ein sequenzielles Design zu nutzen, sprich quantitatives und qualitatives Design in einer bestimmten Reihenfolge und einer selbst festgelegten geeigneten Fokussierung aneinanderzureihen. Besonders zu beachten ist dabei, dass man nicht zwei unterschiedliche Forschungsprojekte zu einem gleichen Thema mache, sondern, dass man einen Strang verfolge, den man mit sich ergänzenden Daten ausarbeitet („idea of complementary“). Besonders spannend war es für mich, dieses konstruktiv-kritische Forschungsatelier vor dem Hintergrund unseres Vorgehens in und unserer Ergebnisse aus dem Mixed-Methods-Projekt „Entwicklung von Einstellungen und Motivation der Studierenden im Assessment-Jahr“ zu reflektieren. Das Forschungsdesign dieses Projekts umfasst nämlich „die Verbindung einer Längsschnittstudie mit problemzentrierten Interviews. Mit dieser Kombination aus quantitativer und qualitativer Methodik soll einerseits die Entwicklung von Einstellungen und Motivation möglichst präzise und nachvollziehbar abgebildet werden. Andererseits ermöglicht die qualitative Methode die Beleuchtung von Einflussfaktoren auf die Einstellungs- und Motivationsentwicklung, die mittels eines standardisierten Instruments nicht erfasst werden könnten.“  (Quelle: verlinkter Projektbeschrieb) ‒ Wir werden von ausgewählten Ergebnissen im Blog berichten (ein aktueller Beitrag findet sich bereits hier); die aktuellste Publikation kann unter folgendem Link abgerufen werden).