Heterogenität

Unbenannt

In dem Sammelband Pädagogische Hochschulentwicklung, der von Taiga Brahm, Tobias Jenert und Dieter Euler herausgegeben wurde, schrieb Prof. Dr. Helen Knauf einen Beitrag zu Heterogenität (Titel: Heterogenität – ein umfassendes Projekt für Hochschulen und Hochschulentwicklung, P. 327 – 335). Mit diesem Blogbeitrag wird der Beitrag kurz zusammengefasst, um eine weiterführende Diskussion über Heterogenität in der Hochschul(lehr)e anzuregen.

Helen Knauf beschreibt, dass sich im Rahmen der zunehmenden Chancengleichheit die Heterogenität unter den Studierenden erhöht, was Auswirkungen auf das Lehren und Lernen an den Hochschulen hat. Hochschulen müssen sich in dieser Richtung mitentwickeln und Knauf betont, dass alle Ebenen der Organisation bei der Entwicklung einbezogen werden müssen. Die Autorin beschreibt in ihrem Beitrag hauptsächlich den Status Quo des Umgangs mit Heterogenität, teilweise auch Zukunftsperspektiven:
Auf der Ebene der Organisation beschreibt Knauf, dass das Thema vor allem kulturell angekommen scheint zu sein. Sie nennt verschiedene Bespiele von Universitäten, die Diversität wertschätzen und nutzen. Die Organisation besteht neben kulturellen aber auch aus strukturellen Rahmenbedingungen. Auf der strukturellen Ebene wurden gemäß Knauf an vielen Hochschulen für einzelne Gruppen, die als förderungswürdig und –bedürftig angesehen werden, Massnahmen ergriffen (z.B. Beratungsangebote für Studierende mit Kind, Behindertenbeauftragte, Mentoringsprogramme für Studentinnen oder Anlaufstellen für ausländische Studierende).
Auf der Ebene der Studienprogramme beschreibt Knauf, dass die mit dem Bologna-Prozess einhergegangene stärkere Strukturierung des Studiums dazu geführt hat, dass die Flexibilität des/der einzelnen Studierenden reduziert wurde, obwohl diese zur Adressierung der Heterogenität notwendig ist.
Schliesslich erläutert Helen Knauf auf der Ebene der Lernumgebung drei Themen: wenn man voraussetzt, dass jede/r Studierende die Teilnahme an einer Lehrveranstaltung mit unterschiedlichen Zielen verfolgt, so erscheint ein gleichförmiges Angebot für alle Teilnehmenden unangemessen. Eine individuelle Lernvereinbarung mit jedem/jeder Studierenden wäre eine mögliche Reaktion. Daran lassen sich die zwei anderen Themen anschliessen: Asynchronität des Lernens (z.B. Zeitautonomie) und Pluralisierung der Kommunikationskanäle der Dozierenden und Wahrnehmungskanäle für Studierenden (z.B. Podcasts oder Videos neben geschriebene Sprache).

Nach der Lektüre des Beitrags frage ich mich nun, was dies in der Umsetzung an den Hochschulen bedeuten wird. Welchen Einfluss hat die Personalisierung des Lernens auf das soziale Lernen? Und gibt es vielleicht eine Möglichkeit, um diese Interventionen zur Heterogenität stärker zu integrieren, statt verschiedene Angebote für verschiedene spezifische Gruppe zu schaffen? Und darüber hinaus: Wie ‚kundenorientiert‘ kann (und soll) eine Institution wie die Hochschule werden?

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