Tagung „Studieren zum Glück“

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Am 16. Und 17. November 2015 fand an der Universität St.Gallen (HSG) die AGAB-Fachtagung 2015 der Schweizerischen Vereinigung der Fachleute für Beratung und Information im Mittel- und Hochschulbereich unter dem Titel „Studieren – zum Glück?!“ statt.

An dieser Tagung habe ich am 16. November teilgenommen und konnte spannende Eindrücke sammeln.

Nach einer Begrüssung des AGAB Vorstandes und der Prorektorin für Internationales und Regionales der HSG, Frau Prof. Dr. Ulrike Landfester, gab es von Mark Riklin (Journalist, Dozent und Gründer der Meldestelle für Glücksmomente) einen philosophischen Exkurs beziehungsweise ein Plädoyer für Tagträume. In seiner Präsentation machte er deutlich, dass man gerade heutzutage in Schule, Studium oder auch im Arbeitsbereich tagtäglich mit sehr vielen Informationen konfrontiert wird. Umso wichtiger sei es demnach, sich bewusst „Zeit zum Verdauen“ zu nehmen, um die Informationen für sich ordnen zu können. Mark Riklin machte deutlich, dass hierbei Tagträume eine besonders wichtige Rolle spielen.

Im Anschluss an diesen philosophischen Exkurs, der mich gedanklich sehr in den Bann gezogen hat, folgte eine Podiums-Interview-Runde mit Studierenden der HSG und Dr. Markus Diem, Leiter der Studienberatung Basel, als Moderator. Die Studierenden wurden zu ihrer Studienwahl und allgemeinen Thematiken, die mit ihrem Studium in Zusammenhang stehen, befragt. Diese Interview-Runde bot einen Einblick in die studentische Wahrnehmung des Studiums an der HSG in Verbindung mit Glück, welcher nicht nur für Tagungsteilnehmende anderer Universitäten oder Institutionen interessant war, sondern auch für die Teilnehmenden aus Reihen der HSG. Einen anderen Blickwinkel auf das Studium an der Universität St.Gallen zeigte Dr. Pascal Iten, Leiter Studium der Universität St.Gallen, durch seine Präsentation mit Informationen zur Geschichte, der aktuelle Situation und Zukunftsaussichten der Universität, auf.

Aus den angebotenen Workshops wie „Kontextstudium: Was hat französische Literatur mit Börsenkursen zu tun?“ (Dr. Sophie Rudolph; wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement) oder „Vom Glück der Unterschiede“ (Prof. Dr. Gudrun Sander, Prof. Dr. Nils Jent, Dr. Regula Dietsche; DirektorInnen des Competence Center for Diversity and Inclusion – CCDI-FIM), habe ich den Workshop „happiness is expensive – Leistungskultur und Glück an den Hochschulen“ (Dr. Florian Schulz, Leiter Service Center Beratung & Studierenden-Unterstützung HSG) besucht.

Im Zentrum des Workshops haben wir in kleinen Gruppen Bilder gezeichnet – „Welches Bild von Studium und Arbeit vermitteln wir an unserer Hochschule?“. Eine sehr gute Frage, schnell verstanden wir in unserer Gruppe, dass wir und unsere Universitäten oder Fachhochschulen sehr unterschiedliche Bilder vertreten.

Diese interessante Tagung hat mich zum „Tagträumen“ angeregt und mich zu folgenden Gedanken geleitet: Wenn man den Titel „Studieren – zum Glück?!“ betrachtet, könnte man daraus schliessen, dass man durch das Studieren Glück erreicht oder zumindest erreichen kann. Aber übersehen wir durch diese Zielfokussierung nicht etwas Wesentliches? Das Studium, als Möglichkeit sich mit den eigenen Interessen auseinandersetzen zu können, würde ich bereits als „Glück“ bezeichnen. Sollte es daher nicht eher heissen „Studieren = Glück“? Und wenn dem so ist, welche Aufgabe kommt dabei den Lehrenden und Programmverantwortlichen zu?

Ich freue mich sehr auf Kommentare und Ansichten hierzu.

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