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TAP – Teaching Analysis Poll – Pilot an der Universität St. Gallen

Auf Anregung des Teams für Lehren und Lernen der Universität Bielefeld pilotieren wir in diesem Semester die Teaching Analysis Poll (TAP). Bei dieser aus den USA kommenden Methode der formativen Evaluation wird das Ziel verfolgt, die Lehrenden bereits während des Semesters mit einer systematischen Rückmeldung zu unterstützen, ihre Lehrveranstaltung zu verbessern. TAP wird wie folgt durchgeführt (Quelle: u.a. Team Lehren und Lernen, Uni Bielefeld):

  • Anmeldung des Dozierenden für eine TAP im laufenden Semester
  • Zum vereinbarten Termin besuchen zwei Vertreter/-innen des Competence Centre for Educational Development and Research (CEDAR) die Veranstaltung (i.d.R. in der letzten halben Stunde).
  • Die Studierenden beantworten in Kleingruppen von maximal 5 Personen folgende drei Fragen:(1) Wodurch lernen Sie in dieser Veranstaltung am meisten? (2) Was erschwert Ihr Lernen? (3) Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie für die hinderlichen Punkte?
  • Die Studierenden notieren ihre Vorschläge auf vorbereitete Arbeitsblätter, welche nach der Arbeitsphase eingesammelt werden.
  • Die Moderatoren/-innen des CEDAR gehen dann die Punkte mit den Studierenden durch und notieren sich, welche mehrheitsfähig sind.
  • Innerhalb einer Woche nach der Durchführung findet ein Feedbackgespräch zwischen dem/der Dozierenden und den CEDAR-Vertretern/-innen statt, indem vereinbart wird, welche der angesprochenen Punkte umgesetzt werden können. Die Lehrperson gibt ihren Studierenden in der folgenden Sitzung eine Rückmeldung zu den Punkten, die sie umsetzen möchte.

An der Unversität St. Gallen wird TAP in diesem Semester mit vier Lehrveranstaltungen sowohl auf der Bachelor- als auch auf der Masterstufe pilotiert. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Studierenden – trotz anfänglicher Skepsish – die drei gestellten Fragen sehr intensiv diskutieren und konstruktive Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Die folgende Abstimmung unterstützt die Moderatoren/-innen herauszuarbeiten, welche der Punkte von einer Vielzahl der Studierenden vertreten wird. Auf diese Weise wird vermieden, dass die Veranstaltung aufgrund von Einzelmeinungen umgestellt wird. Dabei kann auch festgestellt werden, dass sich durchaus kontroverse Diskussionen unter den Studierenden darüber entfachen, wie ‚gute Lehre‘ denn nun aussehen soll. Die Dozierenden erhalten im Feedbackgespräch wertvolle Hinweise, wie sie ihre Lehre noch im laufenden Semester verbessern können. Auf diese Weise erfahren die teilnehmenden Studierenden direkt, welche Veränderungen die Lehrperson umsetzt.

Wir sind gespannt auf die weiteren Erfahrungen in der Pilotphase und hoffen, dass wir das Konzept dann ab dem Frühjahrssemester in St. Gallen in die Breite bringen können.

Ein herzliches Dankeschön gilt den Kollegen/-innen der Universität Bielefeld, die ihre Erfahrungen mit TAP mit uns teilten!

3 Gedanken zu „TAP – Teaching Analysis Poll – Pilot an der Universität St. Gallen

  1. Dietrich Wagner

    Liebe Taiga

    Vielen Dank für deinen Beitrag. Da ich selber an der Durchführung beteiligt war, habe ich keine direkte Frage zu dem Konzept, sondern wollte eine Frage bzw. Hypothese zur Diskussion stellen.
    Das TAP macht es möglich, die Lehrveranstaltung im laufenden Semester anzupassen und Vorschläge der Studierenden zur Verbesserung für sie erlebbar zu machen. Meine Hypothese wäre, dass dadurch die Chance entsteht, das Interesse der Studierenden an den Evaluationen zu erhöhen. Zum einen, weil die Studierenden erleben, dass ihre Vorschläge ernst genommen werden und zum anderen, weil sich die Lehrveranstaltung für sie zum Guten verändert.
    Was muss unbedingt beachtet werden, um diesen Effekt erzielen zu können, und wo sind die grössten Stolpersteine?
    Viele Grüsse

    Dietrich

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  2. Taiga Brahm

    Hallo Dietrich,
    danke für deinen Kommentar! Ich kann deine These gut nachvollziehen und würde das ebenfalls so sehen. Der wesentliche Faktor ist aus meiner Sicht die Reaktion der/des Dozierenden. Dabei denke ich an zweierlei: erstens ist es aus meiner Sicht wesentlich, dass der/die Dozierende in der folgenden Lehrveranstaltung kommentiert, welche Verbesserungsvorschläge er/sie umsetzt und aus welchen Gründen andere nicht umgesetzt werden (können). Das muss für die Studierenden transparent werden. Zweitens ist es wichtig, dass die angekündigten Veränderungen dann auch tatsächlich noch im laufenden Semester umgesetzt werden. Dies sind m.E. wesentliche Aspekte im Dozierendenhandeln, wo es auch noch genauer zu untersuchen gilt, wie sie ausgestaltet werden können.
    Darüber hinaus ist m.E. wesentlich, dass sich unter den Studierenden rumspricht, dass es sich um eine ‚andere Art‘ der Evaluation handelt, damit dann auch unter den Studierenden die Motivation vorhanden ist, sich wirklich aktiv einzubringen.
    Ich bin gespannt, wie sich das bei uns weiterentwickeln wird!

    Antworten
  3. Pingback: TAP – Teaching Analysis Poll – Pilo...

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