EARLI 2015 – Fünf Tage voller neuer Erkenntnisse

Vom 25.08 bis 29.08 durfte auch eine Gruppe aus unserem Team an der 16. EARLI (European Association for Research in Learning and Instruction) Konferenz in Limassol, Zypern, teilnehmen. Zusammen mit ungefähr 1800 anderen Forschern durften wir fünf intensive, spannende und sehr warme Tage erleben, durch die wir in verschiedenster Art und Weise etwas für uns mitnehmen konnten.Die EARLI ist durch ihre starke internationale Ausrichtung sehr gut dafür geeignet die Diversität und Tradition der Forschung zwischen den verschiedenen Ländern Europas, und darüber hinaus, kennenzulernen. Neben der grossen EARLI Community gibt es noch sog. Special Interest Groups (SIGs), die einen bestimmten Forschungsschwerpunkt, wie z.B. Higher Education, haben und sich regelmässig treffen und austauschen. Da es 27 solcher SIGs gibt, kann jeder sich einen oder zwei sehr spezifische Bereiche aussuchen und damit sicherstellen, dass es trotz der Grösse der Konferenz immer eine Anlaufstelle gibt, an der Experten für das eigene Thema zu finden sind.

Inhaltlich konnte ich vor allem aus methodischer Perspektive profitieren, da ich festgestellt habe, dass ein grosser Teil der Forschung in unserer SIG (Higher Education) durch qualitative Methoden geprägt ist. Da ich bisher fast ausschliesslich mit quantitativen Methoden gearbeitet habe, war es für mich sehr spannend zu sehen, welche anderen Erkenntnisse und Zugänge zu dem gleichen Thema sich z.B. mit Interviews, gewinnen lassen.

Die Präsentation unserer beiden Beiträge (ein ausführlicher Bericht zum Symposium folgt in Kürze) verlief ebenfalls sehr gut und hat uns, neben wertvollen Hinweisen und Fragen der Kollegen, auch in der Ausrichtung unserer bisherigen Forschung bestätigt.

Am gewinnbringendsten war die Konferenz für mich in Bezug auf die Möglichkeit mit anderen Forschern in Kontakt zu treten. Es war eine einmalige Gelegenheit andere Wissenschaftler aus dem eigenen oder auch anderen Forschungsgebieten kennenzulernen. Besonders gefreut hat mich die Tatsache viele Forscher persönlich getroffen zu haben, die ich bisher nur von ihren Publikationen kannte. Wissenschaft und Forschung bekamen dadurch im wahrsten Sinne des Wortes ein „Gesicht“. Die Gelegenheiten zum gegenseitigen Kennenlernen waren reichlich vorhanden, da die Organisatoren der 16. EARLI fast an jedem Abend auch eher informelles Angebote, wie z.B. die Feier des 30.Geburtstags der EARLI, auf das Konferenzprogramm gesetzt haben. Der Höhepunkt der Konferenz war sicherlich das Gala Diner, das bei Vollmond am Strand von Limassol kulinarische und kulturelle Highlights zu bieten hatte.

Zypern als Land und Limassol als Stadt sind für sich gesehen eigentlich schon Programm genug und man musste wirklich genau planen und die eine oder andere Session auslassen um auch etwas von der langen und traditionsreichen Geschichte Zyperns mitzubekommen.

Wieder zurück in der Schweiz habe ich das Gefühl durch inhaltliche Beiträge, Begegnungen und Gespräche viel für mich mitgenommen und meinen Horizont in unterschiedlichster Weise erweitert zu haben.

Mit Blick darauf, dass das meine erste grosse internationale Konferenz war, würde es mich in der Diskussion interessieren, ob alle Konferenzen relativ gleich ablaufen oder ob es hier grosse bzw. kleine Unterschiede in welcher Form auch immer gibt (inhaltlich, methodisch, Dominanz einer Forschungstraditon usw.). Teilt mir doch eure Konferenzerfahrungen mit und erzählt was euch am deutlichsten in Erinnerung geblieben ist.

2 Gedanken zu „EARLI 2015 – Fünf Tage voller neuer Erkenntnisse

  1. Taiga Brahm

    Danke für die Einblicke! Ich teile deinen Eindruck, dass es insbesondere die Begegnungen waren, die bei dieser Earli auf Zypern hängen geblieben sind.
    Mein Eindruck ist schon, dass die verschiedenen Konferenzen – ähnlich wie Organisationen – immer ihre eigene Kultur haben, die sich über die Jahre entwickelt. Dabei fällt mir auf, dass die SIG-Konferenzen tendenziell wie kleine Abbilder der grossen Earli sind. Hervorzuheben ist bei diesen Konferenzen die starke Forschungsorientierung mit vielen empirischen Studien. Darüber hinaus gibt es auch Konferenzen, die stärker die praktische Gestaltung des Lehrens und Lernens in den unterschiedlichen Kontexten hervorheben, z.B. die EAPRIL mit einem stärkeren Fokus auf die Schule und den Betrieb, die ICED mit einer Fokussierung auf die Hochschulentwicklung im weiteren Sinne respektive die dghd-Tagung als das deutschsprachige Pendant. Für uns sind darüber hinaus auch Konferenzen aus angrenzenden Bereichen relevant, z.B. die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschulforschung.
    Es wäre in der Tat interessant herauszufinden, ob sich die Unterschiede bei den Konferenzen allein aus den disziplinären Besonderheiten speisen oder ob es darüber hinaus Artefakte gibt, welche diese Unterschiede verstärken (z.B. bestimmte Konferenzformate).

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  2. pkuehner

    Lieber Dietrich, liebe Taiga,

    vielen lieben Dank für das Teilhabenlassen an euren Konferenzerlebnissen. Ich kann mir nun vorstellen, wie das so aussieht. Allein das Programm-Lesen hat einen schon gut beschäftigt! 🙂
    Ich freue mich schon auf den Bericht über eure Präsentationen!

    Ich finde es schön zu lesen, dass trotz der Menge an Leuten, viel Möglichkeit zum Kontakte-Knüpfen bestand. Sicher trägt hier die Idee der SIGs bei!
    Ich glaube, es kommte auch stark auf das Programm darauf an. Ich habe es schon einmal erlebt, dass Teilnehmende von einer Session zur nächsten rennen oder Slots früher verlassen, weil sie in eine andere Veranstaltung am anderen Ende des Campus laufen müssen, o.a.. Aber das scheint ja alles super geklappt zu haben!

    Liebe Grüße
    Patrizia

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