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Rückblick auf unseren Workshop am Sustainable University Day 2015 an der Universität St.Gallen

Beim Sustainable University Day 2015 zum Thema „Responsible Leadership“ durften Taiga Brahm, Cécile Schmid und ich gemeinsam einen Workshop gestalten. Aufgrund unserer Erfahrungen im Projekt zur Integration von Verantwortung und Nachhaltigkeit (V&N) im Bachelor BWL  haben wir als eine übergeordnete Herausforderung die „Motivation von Dozierenden“ aufgegriffen.

Nach einer Einführung durch Taiga Brahm berichteten die beiden Studentinnen Cécile Schmid und Vanessa Da Costa aus ihrer Perspektive vom aktuellen und unterschiedlichen Stand der Integration von V&N in der Lehre der HSG und gaben damit Impulse für den weiteren Workshop. Als Ausgangspunkt diskutierten die knapp 25 Teilnehmenden von mehr als 10 Hochschule in der Schweiz die Herausforderungen bei der Motivation von Dozierenden für die Integration von V&N in die Lehre. Die Ergebnisse konnten nach institutionellen Herausforderungen (bspw. vorgegebene Programmziele, keine Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit), didaktischen Herausforderungen (bspw. Verankerung in einzelnen Disziplinen, fehlende didaktische Konzepte bzw. Methoden zur Umsetzung in der Lehrveranstaltung) sowie individuellen Herausforderungen (bspw. Interesse am Thema Verantwortung und Kompetenzen im Themenfeld) gegliedert werden. In einem World-Café diskutierten wir anschliessend folgende drei Fragen. In der Diskussion konnten wir uns über konkrete Beispiele an verschiedenen Hochschulen sowie zu allgemeineren Wünschen und Ideen dazu austauschen, von denen exemplarisch einige zentrale Punkte genannt sind:

Von welchen “good practice” -Beispielen zur Integration von V&N in das Curriculum können wir den Lehrenden berichten? ‒ Dazu kamen konkrete Ideen, wie eine Einführung zu den Themen V&N, die in einzelnen Vorlesungen Studierenden und Lehrpersonen zusammen vorgestellt wird, authentische case studys oder Rechercheaufträge an Studierende, in einem Fachbereich selbst Beispiele der Umsetzung von V&N zu finden. Als weiteres good practice-Beispiel wurden Hospitationen mit gegenseitigem Feedback durch Lehrende genannt. Für die Kommunikation werden Netzwerke oder Workshops für Dozierenden zum Austausch von Ideen und Diskussion von Herausforderungen als sinnvoll erachtet.

Welche Faktoren könnten Lehrende veranlassen, V&N-Aspekte in das Curriculum zu integrieren? ‒ Die antreibenden Faktoren können in drei Bereiche aufgeteilt werden: Erstens gehören dazu Anreize von Seiten der Hochschule wie die Auszeichnung von (Lehr-)Projekten im Bereich V&N sowie deren Kommunikation bzw. „Sichtbarmachtung“ innerhalb der gesamten Hochschule. Zweitens können Veränderungen in der Rekrutierung und Förderung von Lehrenden institutionelle Anreize setzen. Drittens ist es notwendig, dass auch das Interesse der Studierenden an V&N gefördert wird, indem beispielsweise die praktische Relevanz von V&N in Unternehmen und Organisationen herausgestellt wird.

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Welche Unterstützungsangebote (Massnahmen, Werkzeuge oder Ideen) für Lehrende sind zur Integration von V&N erforderlich? ‒ Zu dieser Frage wurde uns über die Entwicklung von Guidelines für Lehrende berichtet. Konkrete Ansprechpartner für didaktisch-methodische Fragen, aber auch solche aus der Praxis könnten ebenfalls eine Unterstützung für Lehrende sein. Die Relevanz der Akzeptanz der Experten/-innen bei den Lehrenden wurde dabei herausgestellt. Die Initiierung eines Netzwerks oder die Gestaltung von Workshops mit dem Ziel, sich über fachliche wie auch methodische Fragen mit den geeigneten Experten/-innen und Erfahrungsträgern auszutauschen, könnte eine Maßnahme sein. Positive Anreize wie Zeit für oder Freiheiten und Ressourcen bei der Konzeption von innovativen Lehrveranstaltungen werden ebenfalls als unterstützend wahrgenommen.

Die genannten beispielhaften Erkenntnisse aus den Diskussionen lassen sich nun im Nachgang mit der existierenden Literatur um Motivation von Lehrenden im Zusammenhang mit V&N verknüpfen. Wir haben uns über das große Interesse an unserem Workshop und über den vielfältigen Austausch gefreut und möchten uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmenden herzlich dafür bedanken!