Archiv für den Monat: März 2015

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Rückblick auf unseren Workshop am Sustainable University Day 2015 an der Universität St.Gallen

Beim Sustainable University Day 2015 zum Thema „Responsible Leadership“ durften Taiga Brahm, Cécile Schmid und ich gemeinsam einen Workshop gestalten. Aufgrund unserer Erfahrungen im Projekt zur Integration von Verantwortung und Nachhaltigkeit (V&N) im Bachelor BWL  haben wir als eine übergeordnete Herausforderung die „Motivation von Dozierenden“ aufgegriffen.

Nach einer Einführung durch Taiga Brahm berichteten die beiden Studentinnen Cécile Schmid und Vanessa Da Costa aus ihrer Perspektive vom aktuellen und unterschiedlichen Stand der Integration von V&N in der Lehre der HSG und gaben damit Impulse für den weiteren Workshop. Als Ausgangspunkt diskutierten die knapp 25 Teilnehmenden von mehr als 10 Hochschule in der Schweiz die Herausforderungen bei der Motivation von Dozierenden für die Integration von V&N in die Lehre. Die Ergebnisse konnten nach institutionellen Herausforderungen (bspw. vorgegebene Programmziele, keine Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit), didaktischen Herausforderungen (bspw. Verankerung in einzelnen Disziplinen, fehlende didaktische Konzepte bzw. Methoden zur Umsetzung in der Lehrveranstaltung) sowie individuellen Herausforderungen (bspw. Interesse am Thema Verantwortung und Kompetenzen im Themenfeld) gegliedert werden. In einem World-Café diskutierten wir anschliessend folgende drei Fragen. In der Diskussion konnten wir uns über konkrete Beispiele an verschiedenen Hochschulen sowie zu allgemeineren Wünschen und Ideen dazu austauschen, von denen exemplarisch einige zentrale Punkte genannt sind:

Von welchen “good practice” -Beispielen zur Integration von V&N in das Curriculum können wir den Lehrenden berichten? ‒ Dazu kamen konkrete Ideen, wie eine Einführung zu den Themen V&N, die in einzelnen Vorlesungen Studierenden und Lehrpersonen zusammen vorgestellt wird, authentische case studys oder Rechercheaufträge an Studierende, in einem Fachbereich selbst Beispiele der Umsetzung von V&N zu finden. Als weiteres good practice-Beispiel wurden Hospitationen mit gegenseitigem Feedback durch Lehrende genannt. Für die Kommunikation werden Netzwerke oder Workshops für Dozierenden zum Austausch von Ideen und Diskussion von Herausforderungen als sinnvoll erachtet.

Welche Faktoren könnten Lehrende veranlassen, V&N-Aspekte in das Curriculum zu integrieren? ‒ Die antreibenden Faktoren können in drei Bereiche aufgeteilt werden: Erstens gehören dazu Anreize von Seiten der Hochschule wie die Auszeichnung von (Lehr-)Projekten im Bereich V&N sowie deren Kommunikation bzw. „Sichtbarmachtung“ innerhalb der gesamten Hochschule. Zweitens können Veränderungen in der Rekrutierung und Förderung von Lehrenden institutionelle Anreize setzen. Drittens ist es notwendig, dass auch das Interesse der Studierenden an V&N gefördert wird, indem beispielsweise die praktische Relevanz von V&N in Unternehmen und Organisationen herausgestellt wird.

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Welche Unterstützungsangebote (Massnahmen, Werkzeuge oder Ideen) für Lehrende sind zur Integration von V&N erforderlich? ‒ Zu dieser Frage wurde uns über die Entwicklung von Guidelines für Lehrende berichtet. Konkrete Ansprechpartner für didaktisch-methodische Fragen, aber auch solche aus der Praxis könnten ebenfalls eine Unterstützung für Lehrende sein. Die Relevanz der Akzeptanz der Experten/-innen bei den Lehrenden wurde dabei herausgestellt. Die Initiierung eines Netzwerks oder die Gestaltung von Workshops mit dem Ziel, sich über fachliche wie auch methodische Fragen mit den geeigneten Experten/-innen und Erfahrungsträgern auszutauschen, könnte eine Maßnahme sein. Positive Anreize wie Zeit für oder Freiheiten und Ressourcen bei der Konzeption von innovativen Lehrveranstaltungen werden ebenfalls als unterstützend wahrgenommen.

Die genannten beispielhaften Erkenntnisse aus den Diskussionen lassen sich nun im Nachgang mit der existierenden Literatur um Motivation von Lehrenden im Zusammenhang mit V&N verknüpfen. Wir haben uns über das große Interesse an unserem Workshop und über den vielfältigen Austausch gefreut und möchten uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmenden herzlich dafür bedanken!

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Mathematik in den Ingenieurswissenschaften: Ein Jahr nach dem Lehre hoch n Kolleg

An der Ruhr-Uni Bochum fand vom 26. bis 28. Februar das erste gemeinsame Treffen der Lehre hoch n Kollegiaten aus dem Kolleg „Mathematik in den Ingenieurswissenschaften“ statt. Über den Sommer hatte ich alle Kolleg-Hochschulen besucht und Fallstudien zu den insgesamt sechs Projekten erstellt, die sich alle darum bemühen, die Erfolgsquote in den Mathematikveranstaltungen der Studieneingangsphase von Ingeneursstudien zu erhöhen.

Ein Jahr nach Ende des fünften und letzten gemeinsamen Workshops der Kolleg-Teams richteten nun die Bochumer Kollegiaten um Prof. Herold Dehling das erste Nachtreffen aus. Moderiert von Doris Carstensen ging es zunächst darum, sich gegenseitig die Entwicklungen des vergangenen Jahres im Eiltempo näherzubringen. Dies gelang nicht zuletzt deswegen gut, weil sich sorfort eine vertraute Atmosphäre unter den Kolleg-Teams einstellte. Ein deutliches Indiz also, dass es dem Format Kolleg gelungen ist, neben dem fachlichen Austausch auch eine nachhaltig funktionierende, vertrauensbasierte Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Mein eigener Beitrag bestand in der Vorstellung erster Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung (die Präsentation kann ich wegen der vertraulichen Inhalte hier nicht zur Verfügung stellen). Die anschliessende Diskussion drehte sich vor allem darum, wie man Transfer im Rahmen des Kollegs verstehen kann. Davon ausgehend ging es um die Frage, wie sich verschiedene Arten und Dimensionen von Transfer – z.B. zwischen Kolleg-Teams oder mit externen Hochschulen – im Kolleg gezielt unterstützten lassen.

Zusammenfassend war ich vom lebendigen Kolleg-Geist ein Jahr nach dem Ende der formalen Workshops positiv überrascht. Dementsprechend gross ist die Vorfreue und die Spannung, was das nächste Kolleg – diesmal mit Vertretern/-innen aus den Geisteswissenschaften – bringen wird.

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Die eigene Lehrveranstaltung im Studienprogramm verorten“ an der Technischen Hochschule Mittelhessen

Als Lecturer im Rahmen des Lehre hoch N-Programms war ich vor knapp zwei Wochen auf Einladung von Prof. Silke Bock zu Besuch an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Im Rahmen des Hochschuldidaktischen Netzwerks Mittelhessen habe dort ein eintägiges Seminar zum Thema „Die eigene Lehrveranstaltung im Studienprogramm verorten“ durchgeführt. Teilgenommen haben 12 Dozierende von drei Hochschulen: Technische Hochschule Mittelhessen (THM), Justus Liebig-Universität Giessen und Universität Marburg. Dabei handelte es sich um eine bunte Mischung aus Dekan/-in, Lehrenden der Hochschulen und Vertreter/-innen der Hochschuldidaktik. Gleichzeitig war der gesamte Reigen an Disziplinen vertreten (von der Informatik bis zu den Historikern). Aus meiner Sicht überraschend war die starke Vorerfahrung der Teilnehmenden mit hochschuldidaktischen Workshop. Alle hatten schon mindestens einen Workshop besucht, die meisten sogar 4 und mehr.

Das Seminar selbst habe ich in vier Teile geteilt:

  1. Kompetenzorientierung und Modell der Studienprogrammentwicklung: Dabei konnte ich auf das Modell von Tobias Jenert zurück greifen, das er in seiner Doktorarbeit entwickelt hat
  2. Das eigene Studienprogramm verstehen
  3. Studierendenhandeln und Learning Outcomes
  4. Der „didaktische Dreisprung“ – Abstimmung Lernziele – Methoden – Prüfungsformen

Bei der Seminarkonzeption tat mich schwer, die Verbindung von Veranstaltung und Studienprogramm sauber herzustellen. Im Seminar selbst habe ich dann die (gute) Erfahrung gemacht, dass die Einordnung der eigenen Lehrveranstaltung resp. des eigenen Studienangebots in ein übergeordnetes Gefüge aus Programmzielen sehr harmonisch funktioniert hat. Da die Atmosphäre im Seminar – trotz (oder gerade wegen) der Beteiligung unterschiedlicher Hochschulen und Dizsiplinen – sehr offen war, kamen intensive und aus meiner Sicht gewinnbringende Diskussionen zustande, von denen ich hoffe, dass die einzelnen Teilnehmenden Impulse für ihren Arbeitsalltag mitnehmen konnten.