Leaders Forum – Sustainability Conference Day 1

Das Leaders Forum hatte zum Ziel, Leaders aus Unternehmen, NGOs, öffentlichen Organisationen, Social Enterprises, Universitäten und der Öffentlichkeit zusammenzubringen, um gemeinsam die Global Sustainability Agenda zu diskutieren, zu hinterfragen und zu verändern. Die zweitägige Nachhaltigkeitskonferenz war definitiv eines meiner absoluten Highlights der diesjährigen HSG Agenda, weshalb ich Ihnen nun gerne davon berichten werde.

Der erste Tag der Sustainability Conference in St. Gallen stand unter dem Motto „Inspiration from Pioneers“. Rund 340 Teilnehmende aus aller Welt haben am Freitag, 6. Februar früh morgens und bei eisigen Temperaturen den Weg nach St. Gallen angetreten, um sich von den Pionieren der Nachhaltigkeit inspirieren zu lassen. Die Liste der Gastredner las sich wie die Crème de la Crème der Nachhaltigkeitsbewegung: IKRK-Generaldirektor Yves Daccord, Präsidentin des World Wide Fund For Nature (WWF) Yolanda Kakabadse, Bundesrätin Doris Leuthard, Fair Trade USA CEO Paul Rice, Vorsitzender des Instituts für Freiheit und Demokratie Hernando De Soto – um hier nur einige der schillernden Namen zu nennen. Die 20 eingeladenen Gastredner aus verschiedensten Bereichen teilten mit dem Publikum ihr Wissen, ihre Visionen und insbesondere ihre Leidenschaft für ökologische und soziale Themen. Einige der Beiträge der Referenten möchte ich nun kurz Revue passieren lassen:

Bundesrätin Doris Leuthard erinnerte an die ökologischen und sozialen Herausforderungen, welchen wir alle entgegentreten müssen und ermahnte die Zuhörer „If you wish for a better world for your children, there is no other way than the way of sustainability“. Zum Abschluss bat sie dann insbesondere die Studierenden nicht aufzuhören, eigene Ideen einzubringen, um die Politiker von heute auf dem Weg zu unterstützen.

WWF Präsidentin Yolanda Kakabadse beeindruckte mit einer persönlichen Rede über ihren eigenen Entwicklungspfad und erklärte zum Schluss, dass der Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung die Vereinigung unser aller Kräfte sei.

Norine MacDonald, Präsidentin des International Council on Security and Development (ICOS) sprach zum Thema „Youth at Risk“ in Afghanistan und erklärte, wie es ihrer Organisation gelingt, die junge Menschen von Drogenkartellen und terroristischen Organisationen zu schützen. In der anschliessenden Diskussionsrunde wurde Norine MacDonald dann auch die offensichtliche Frage gestellt: Warum in aller Welt haben Sie sich als junge, blonde, kanadische Anwältin gerade für den Einsatz in einem Krisengebiet wie Afghanistan entschieden, wenn Sie auch den einfachen Weg hätten gehen können?

IKRK-Direktor Yves Daccord ermahnte das Publikum, dass wir in der heutigen Welt viele Herausforderungen gleichzeitig meistern müssen. Seine Keybotschaft: „Think about the AND!“

Michael Green (CEO Social Progress Imperative) hinterfragte die gängige Methode, Fortschritt einzelner Staaten mit dem BIP zu messen. Er erklärte, dass mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar die wirtschaftliche Entwicklung gemessen wird, jedoch der Bezug zur Zufriedenheit und Wohlfahrt einzelner Bürger fehlt. Oder würden Sie behaupten, dass sich durch die erhöhte Produktion von Waffen und Bomben – was zu einem höheren BIP führt – auch die Wohlfahrt der Bürger steigert? Er führte den sogenannte Social Progress Index (SPI) ein, welcher die reale Lebensqualität der Menschen misst. In einem erstaunlichen Vergleich zeigte er die Unterschiede zwischen den Messungen des BIPs und dem SPI. Wussten Sie, welches Land gemäss dem SPI weltweit am besten dasteht? Nein? Ich auch nicht – es ist Neuseeland. Aber keine Sorge, die Schweiz und Deutschland spielen auch in den oberen Rängen mit. Dieser Index liefert den Regierungen verschiedener Länder eine wertvolle Orientierung, wie sie ihre Prioritäten richtig setzen, um ihre Bürger nicht nur reicher, sondern eben auch glücklicher zu machen.

Zum Schluss erzählte Hernando De Soto, Vorsitzender des Instituts für Freiheit und Demokratie, wie er gemeinsam mit Stephan Schmidheiny den Krieg und Terrorismus in Peru besiegen konnte und welche Parallelen zu den heutigen Ereignissen im Nahen Osten gezogen werden können.

Ein wahrhaft inspirierender Tag! Die Zuhörer wurden mit vielen unglaublich ergreifenden Referaten an die vor uns allen liegende Herkulesaufgabe erinnert und dazu inspiriert, gemeinsam Lösungen zu suchen und zu finden.

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