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Rückblick auf die SAGUF-Jahrestagung

Am 26.11.2014 nahmen Christoph Meier und ich an der SAGUF-Jahrestagung in Zürich zum Thema „Zukunft gestalten: Nachhaltigkeits-Kompetenzen in der Hochschulbildung“ teil. Ziel der Veranstaltung war es, Expertinnen und Experten der Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung zusammenzubringen und aus theoretischer wie auch praktischer Perspektive ein Kompetenzverständnis für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu diskutieren. Eingebunden wurden konkrete Forschungsprojekte wie auch die Erfahrungen der Lehrenden beim Unterrichten von BNE-Aspekten.

Leitfragen der Veranstaltung waren (vgl. Programmbeschreibung):

  • „Welche Kompetenzen brauchen Hochschul-Abgänger/innen, um einen Beitrag für eine nachhaltige Transformation der Gesellschaft leisten zu können?“
  • „Status Quo: Was wird angeboten, mit welchen Bildungszielen?“
  • „State of the art: Welche theoretischen Grundlagen, Erfahrungen & Erfolgsmodelle gibt es? Welche Kompetenzen wollen sie fördern? Welche Herausforderungen und Hindernisse bestehen?“

SAGUF Wordle

Die Tagung war von den Organisierenden methodisch vielfältig gestaltet. Am Vormittag konnte man sich an „Marktständen“ über die verschiedenen Forschungsprojekte informieren und gleichzeitig mit Hilfe der Leitfragen mit anderen Forschenden wie auch Lehrenden darüber diskutieren. Für unsere beiden Projekte, denen jeweils ein spezifisch ausgestaltetes Kompetenzverständnis nach Euler & Hahn (2014) zugrunde liegt, war es eine gute Möglichkeit, Rückmeldungen zu erhalten. Am Nachmittag gab es so genannte „Erntesessions“. Eine war u.a., dass die geladenen namhaften internationalen Experten (Regula Kyburz-Graber , Arnim Wiek und Arjen Wals) eine Rückmeldung auf die Darstellungen des Vormittags gaben.

Insgesamt war es in den Erntesessions spannend zu sehen, dass man mit der Frage „Was sind eigentlich BNE-Kompetenzen?“ nicht alleine ist. Die Arbeitsgruppe der SAGUF nutzte auch die Gelegenheit, ihre konzeptionelle Arbeit zum Kompetenzverständnis vorzustellen, was sehr interessant war und ein möglicher ganzheitlicher Bezugspunkt in der Zukunft sein könnte. Verständnisüberschneidungen wie auch -abweichungen regten dazu an, die Ideen weiterzuspinnen und am Nachmittag in den weiteren „Erntesessions“ zu diskutieren. Dazu wurden fünf Entwicklungsfelder von den Veranstaltern aus den Beiträgen des Vormittags konsolidiert: „Kompetenz- und Referenzprofil“, „Bildungsziele“, „Institutionelle Rahmenbedingungen & Umsetzungsstrategien“ „Kompetenzen der Dozierenden“ sowie „Kompetenzen – Lernformen – Assessment“.

Besonders gut kam in den Entwicklungsfeldern der Link zwischen unseren beiden Projekten am IWP zur Geltung : So zum Beispiel die Frage „Was müssen Lehrende können und welche Tools können sie nutzen, um BNE zu gestalten sowie zu evaluieren und damit BNE-Kompetenzen der Studierenden zu fördern.“ – Wir können uns diese beiden Perspektiven auf Lernende und Lehrende stets gegenseitig spiegeln und diese diskutieren. Außerdem können wir bei der Verständnisklärung auch gegenseitig von Erkenntnissen profitieren und konnten diese bei der Tagung einbringen. So führen wir in einem Projekt eine studentische Fokusgruppe, die uns wichtige Einsichten in die Studierenden-Perspektive ermöglicht. Auf der anderen Seite stehen wir mit (lernenden) Lehrenden in Kontakt, die ihre Veranstaltungen im Sinne von BNE weiterentwickeln möchten. Außerdem unterliegen die beiden Projekte denselben institutionellen Rahmenbedingungen.

Unser Fazit ist, dass es ein gelungener Tag und eine wertvolle Austauschplattform war.  – Wir freuen uns, die aufgeworfenen Fragen in dieser übergeordneten Diskussion um BNE-Kompetenzen nun zu vertiefen und an dieser Stelle wieder zu berichten.

Ein Gedanke zu „Rückblick auf die SAGUF-Jahrestagung

  1. tbrahm

    Eine spannende Tagung, an der ich auch gerne mit dabei gewesen wäre. Das Design der Tagung scheint tatsächlich zu Interaktion geführt zu haben. Gleichzeitig frage ich mich, ob die Rolle der Experten/-innen in einem solchen Rahmen wirklich zur Geltung kommt oder doch letztlich die Interaktion unter den Teilnehmenden behindert.
    Es wäre wirklich klasse, wenn es ein gemeinsames Papier zum Thema „Kompetenzen für nachhaltige Entwicklung“ gibt… das würde die Diskussion sicherlich voranbringen!

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