Archiv für den Monat: Mai 2014

TJ_HSE_HP

Hochschulentwicklung on Tour: Mission Lehre hoch n-Kolleg

Heute mal ein Live-Reisebericht von hochschulentwicklung.ch aus Berlin auf Mission Lehre hoch n-Kolleg. Seit Februar sind wir auch in die Begleitforschung des fachdidaktischen Programmteils von Lehre hoch n, dem Kolleg „MathIng“ involviert. Dabei trafen sich sechs Teams aus verschiedenen Hochschulen in Deutschland und Österreich, um Konzepte zur Verbesserung der Mathematikkompetenzen von Studienanfängern/-innen in der Ingenieursausbildung auszutauschen und weiterzuentwickeln.

111

Im Rahmen der Begleitforschung stehen nun Vor-Ort Besuche an den sechst Hochschulstandorten – Aachen, Berlin, Bochum, Hamburg, Wolfenbüttel und Wien – an. Allen Projekten gemein ist, dass sie sich zum Ziel gesetzt haben, die Erfolgsquoten in den mathematischen Grundlagenveranstaltungen verschiedener ingenieurswissenschaftlicher Studiengänge zu erhöhen. Letztlich wollen sie damit auch einen Beitrag zur Verringerung der Abbrecherquoten in den Ingenieurswissenschaften insgesamt leisten. Nachdem letzte Woche das Projekt „Themenwochen zur Verknüpfung von Mathematik, Elektrotechnik und Physik“ der HAW Hamburg auf dem Reiseplan stand, berichte ich heute live aus Berlin. Beim Besuch von Dr. Katherine Roegner an der TU Berlin ging es heute um das Projekt Uni Plus, das Studienanfänger/-innen mit multimedial aufbereiteten Lernmaterialien und Tutorienkonzepten bei der Bewältigung der Mathematikveranstaltungen unterstützt. Warum der Aufwand der Vor-Ort-Besuche? Der Begleitforschung geht es nicht nur darum, die Konzepte und deren Weiterentwicklung im Rahmen des Kollegs nachzuvollziehen. Vielmehr soll ganz bewusst die Genese der einzelnen Projekte an ihren jeweiligen Hochschulen in den Blick genommen werden. Dazu gehören insbesondere hemmende und förderliche Rahmenbedingungen, institutionelle Konstellationen und „Critical Incidents“. Die Besuche helfen, ein vertieftes Verständnis dieser Konstellationen vor Ort zu entwickeln. Daneben ist es natürlich unglaublich spannend, Einblick in so viele unterschiedliche Hochschulen und Projekte zu bekommen – nicht zuletzte in einer Disziplin, die doch recht weit von der eigenen entfernt liegt. Und morgen geht’s  weiter nach Bochum.

IMG_20140519_165043

An der TU Berlin gibt es sogar ein Fest der Mathematik

IMG_20140519_215809

Und dann noch etwas Sightseeing am Abend.

passfoto_brahm_neu

Dozierendentagung an der HSG

Letzte Woche fand die erste Dozierendentagung der HSG statt. Auf Initiative des Mittelbaus wurde ein Format gesucht, an dem sich alle Dozierende der Universität, d.h. Professoren/-innen, Nachwuchslehrende und Lehrbeauftragte über strategisch relevante Themen austauschen können. Thema der ersten Dozierendentagung war die „Zukunft der Lehre an der HSG“ und so lag es nahe, dass ich die Konzeption und Organisation übernommen habe.

Nach einer Begrüssung durch die Prorektorin, Prof. Ulrike Landfester, hat Prof. Dieter Euler dann die vergangenen lehrbezogenen Veränderungsinitiativen seit der Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge Revue passieren lassen und die treffende Frage gestellt, welche Art von lehrbezogenen Innovationen wir uns zukünftig an der HSG wünschen. Dabei unterschied er in Analogie zum VW Golf, dass wir nur den „Lack“ oder die Motorisierung verändern oder auf ein gänzlich anderes Transportmittel umsteigen könnten. Mit diesem Bild im Kopf teilten sich die Teilnehmenden auf drei Workshop auf:

  1. Rethinking Business Education (Jörg Metelmann): zur Vorstellung eines Projekts zur Integration von Geistes- und Sozialwissenschaften in das Kern-Curriculum
  2. Intensive Teaching and Learning (Tobias Jenert & Dieter Euler): Workshop zur Zukunft von lehrbezogenen Innovationsprojekten an der HSG
  3. Faculty Development (Marion Lehner & Taiga Brahm): Vorstellung des Konzepts und Reflexion der Lehrkonzeption der Teilnehmenden.

dozierendentagungIm Workshop zu Faculty Development haben Marion Lehner und ich die Gelegenheit genutzt, unser neues Konzept zum lehrbezogenen Faculty Development  den Angehörigen der Universität zu präsentieren. In einem zweiten Teil wurden die lehrbezogenen Wahrnehmungen der Anwesenden reflektiert, indem wir verschiedene Metaphern der Teilnehmenden zum Lehren gegenübergestellt und diskutiert haben. Dies ergab ein buntes Bild von Metaphern wie dem Entertainer, dem Gärtner, dem Sportcoach, dem Dirigent…

Besonders hervorzuheben ist, dass 75 Dozierende, darunter auch viele Professoren/-innen, fast alle Vertreter des amtierenden Rektorats sowie eine Reihe von Studierenden bei der Tagung anwesend waren und so die Reflexion der eigenen Lehrtätigkeit auf Anklang gestossen ist. Dies wurde auch von den Studierenden entsprechend wahrgenommen (siehe im Beitrag in der Studierendenzeitung Prisma). Wir freuen uns, dass angestrebt wird, die Dozierendentagung auch im nächsten Jahr durchzuführen!

Passfoto_Marion

Rückblick auf den Workshop mit Angelika Thielsch von der Universität Göttingen zum Thema Faculty Development

Im Herbstsemester 2014 wird das Zertifikatsprogramm (CAS Hochschuldidaktik) neu aufgesetzt. Das Konzept hierfür steht grundsätzlich und wurde bereits innerhalb der Universität St. Gallen und auf der DGHD-Tagung vorgestellt. Im Moment arbeiten wir an der Feinjustierung der einzelnen Instrumente sowie an der Sicherung der Kohärenz innerhalb des Programms.

Insbesondere die Feinplanung der informellen Lernarrangements im Zertifikatsprogramm stellt eine hohe Herausforderung dar. Die neu aufgenommene Mentoring-Beziehung zwischen einem/-r Zertifikatsteilnehmenden und einem erfahrenen Lehrenden soll sinnvolle Austauschanlässe innerhalb der dreisemestrigen Ausbildung beinhalten. Diese Anlässe sollen die Teilnehmenden in ihrer Anzahl und Intensität nicht überfordern, jedoch so häufig angesetzt sein, dass die Beziehungsarbeit ermöglicht wird. Diese Herausforderungen bearbeiteten wir Ende April 2014 zusammen mit der pädagogischen Expertin der Universität Göttingen, Angelika Thielsch. Da in Göttingen seit einigen Jahren das Programm Hetairos sehr erfolgreich durchgeführt wird, konnten wir den Erfahrungsschatz von Angelika Thielsch nutzen und uns intensiv über unsere Umsetzungsplanung des Mentoringkonzepts austauschen. Hetairos ist ein innovatives hochschuldidaktisches Entwicklungsinstrument, das ProfessorInnen und Doktoranden im Team Teaching-Gespann voneinander profitieren lässt. Im Workshop entstand ein konkreter Prozessplan für die Durchführung des Mentoring in unserem erweiterten Zertifikatsprogramm.

Die wichtigsten Fragen im Workshop waren für uns:

  • Zu welchen Zeitpunkten innerhalb der drei Semester des Zertifikatsprogramms sind Treffen von Mentor/-in und Mentee nötig?
  • Wann im Prozess bedarf es einer Unterstützung informeller Lernarrangements seitens pädagogischer Experten/-innen und wann ist dies ggf. sogar kontraproduktiv?
  • Wie kann die Kohärenz gewahrt werden zwischen den vielfältigen Instrumenten des Zertifikatsprogramms (Mentoring, Peer-Hospitation, Experten-Hospitation, Beratung durch pädagogische Experten, formelles Kursangebot, Lehrprojekt, Abschlussarbeit)?
  • Wie lassen sich Lehrauffassungen in allen Lerngelegenheiten angemessen adressieren?

Dies sind nun Aufgaben, die uns in den nächsten Monaten bis zum Start des neuen Zertifikatsprogramms intensiv beschäftigen werden. Wir danken hiermit nochmals ganz herzlich Angelika Thielsch für den sehr intensiven und gewinnbringenden Austausch zum Faculty Development und den auch persönlich sehr bereichernden Besuch an unserem Institut!

Fraenzi

Erfahrungen mit Team-Teaching – Sicht der Studierenden

Anfangs April habe ich das dreitägige Blockseminar über „Präsentations- und Moderationssituationen gestalten“ bei Marion Lehner und Patrizia Kühner besucht. Die beiden gestalteten den Unterricht als Team und gehen diesbezüglich in ihrem Beitrag „Erfahrungen mit Team-Teaching“ genauer auf die Perspektive der Lehrenden ein.

Teamteaching (er-)öffnet viele Chancen, von welchen meines Erachtens auch Studierende profitieren. Die Lehrenden können sich gegenseitig entlasten, respektive unterstützen und somit differenzierter auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Bedürfnisse der Teilnehmer (z.B. bezüglich Art und Weise des Unterrichtens) eingehen.  Mehrere Dozenten bringen vielfältigere Fähigkeiten (bspw. kommunikativ/sozial, fachlich etc.) ein, sodass eine Gestaltung des Unterrichts abhängig von Stärken und Schwächen der Lehrenden möglich ist.

Anfängliche Absprachen über Inhalt und Ablauf zwischen den Dozierenden können von den Lernenden als Unsicherheit, Einschränkung oder auch Dominanz- bzw. Kompetenzunterschiede der Lehrenden empfunden werden. Doch der gegenseitige Respekt anstelle von Konkurrenz und Machtkämpfen ist die optimale Basis für ein gut eingespieltes und funktionierendes Team. So resultierte auch im Blockseminar von Patrizia Kühner und Marion Lehner ein überaus angenehmerer wie auch lehrreicherer Unterricht für uns Studierende!

Erstrebenswert sind meiner Meinung nach kursspezifisch unterschiedliche Formen von Teamteaching. Je nach Thema können die Verantwortlichkeiten unterteilt – aber nicht aufgeteilt – und somit anfängliche Schwierigkeiten – wie oben beschrieben – vermieden werden.

Passfoto_Marion

Konferenzbeitrag zum Faculty Development auf der DGHD 2014

Im Rahmen der DGHD 2014 in Braunschweig habe ich den Konzeptentwicklungsprozess für unser Faculty Development an der Universität St. Gallen vorstellt. Im Laufe der letzten sechs Monate haben wir  in einem iterativen und kooperativen Prozess ein Konzept für ein ganzheitliches Faculty Development  entwickelt, das nun zur Umsetzung bereitsteht. Das Faculty Development an der Universität St. Gallen umfasst eine Auswahl an Instrumenten wie beispielsweise das Talent Management, das hochschuldidaktische Zertifikatsprogramm sowie die Dozierendentagung , die am 30. April 2014 erstmals durchgeführt wird.

Die Entwicklung des Konzepts erfolgte theoriebasiert. Nachdem die Vision der angestrebten Lehrpraxis an der Universität St. Gallen unter Einbezug verschiedener Stakeholdern innerhalb der Universität ausgelotet werden konnte, wurde ein Lehrkompetenzmodell entwickelt.

Im gemeinsamen Slot auf der DGHD präsentierte auch die Hochschuldidaktik der Universität Zürich ein neu entwickeltes Lehrkompetenzmodell, auf das auch sie im Weiteren die Entwicklung von Instrumenten zur Lehrkompetenzentwicklung ihrer Dozierenden stützen werden. Diese Präsentation gab eine gute Anregung zu einem zukünftigen Austausch unserer Universitäten zum Thema Lehrkompetenzmodell. Angelika Thielsch von der Hochschuldidaktik der Universität Göttingen ergänzte unsere Präsentation ebenfalls sehr gut, da sie das Team-Teaching Programm der Universität Göttingen thematisierte, das seit einigen Jahren sehr erfolgreich angeboten wird.

Da unser erweitertes Konzept für das Faculty Development sowohl mit einem neu entwickelten Lehrkompetenzmodell ausgestattet ist und auch auf der Ebene des hochschuldidaktischen Zertifikatsprogramms ähnliche Ansätze verfolgt wie das Team-Teaching-Programm der Universität Göttingen, fühlten wir uns in unserem Slot auf der DGHD sehr gut aufgehoben und freuen uns auf den (weiteren) Ideenaustausch mit beiden Institutionen.